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2 (1853) Organische Chemie
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sehen Auflösung blaue Pulver. Coneentrirte Schwefelsäure löstdas Alizarin mit blutrother Färbung auf, und lässt es auf Zusatzvon Wasser wieder unverändert fallen. Das Alizarin vereinigt siehin verschiedenen Verhältnissen mit den Metalloxyden; die blauenNiederschlüge mit Kalk und Baryt enthalten auf 2 Aeq. Alizarin3 oder 4 Aeq. Metalloxyd. Die Lösung des Alizarins in Alka-lien giebt mit Alaunlösung einen schön rothen Niederschlag(Krapplack). Mit Thonerde gebeiztes Zeug wird durch Alizarintief roth, mit Eisenoxyd gebeiztes dagegen violett gefärbt. Dasschöne Türkischroth wird durch. Alizarin auf der mit Oel undAlaun gebeizten Baumwolle hervorgebracht.

Purpurin: C,H 6 0 6 -j- HO.

501. In dem längere Zeit aufbewahrten Krapp ist nebenAlizarin noch Purpurin in mehr oder weniger grosser Menge ent-halten. Versetzt man den Krapp mit Hefe und lässt ihn einigeZeit bei Zutritt von Luft stehen, so erleidet er eine Gährung, inFolge welcher alles Alizarin verschwindet, während an dessenStelle Purpurin auftritt. Das Purpurin krystallisirt in weichenorangefarbenen Nadeln, welche bei 100° unter Verlust von 1 Aeq.Wasser roth werden, und in höherer Temperatur hierauf unver-ändert sublimiren. Es löst sich in kaltem Wasser mit rotherFarbe auf, leichter noch in warmem , sowie in Alkohol und inAether. In Alkalien löst es sich mit johannisbeerrother Farbeauf und zeigt dabei nicht den blauen Schein wie die Alizarinlö-sung ; mit Kalk und Baryt giebt es purpurrothe Niederschläge,in kochender Alaunlösung ist es leicht mit rother Farbe leslich,und beim Erkalten scheidet sich nur ein Theil aus. Durch dieseEigenschaften sind Alizarin und Purpurin wesentlich unterschie-den , dagegen ertheilen beide gebeiztem Zeug sehr ähnliche Far-ben. Durch Oxydation mit Salpetersäure liefern beide Oxal-säure und P htal s ä u re (C, 8 II 6 0 8 ) nach folgenden Gleichungen :

Alizarin: C 2u H 6 0 6 + 80 = C 16 H 6 0 8 + 2 C 2 0,.

Purpurin: C 18 H 6 0 6 + 5 O = C 16 H 6 0 8 + C.O,.

Die im Vorhergehenden erwähnte Chrysophansäure steht derRuberythrinsäure sehr nahe; ein aus Morinda citrifolia dargestellterStoff, M o r i n d i n genannt, ist vielleicht mit Ruberythrinsäureidentisch, und das daraus durch Sublimation enthaltene Morin-don scheint mit Alizarin identisch zu sein. Die Anwendung desKrapps zum Färben gründet sich auf die oben erwähnten That-sachen. Man wendet nie die frische Krappwurzel zum Färbenan, sondern lässt diese erst zwei bis drei Jahre lang liegen, wo-