Rhodeoretin.
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Durch Säuren wird sie nicht zersetzt, aber durch Oxydations-mittel liefert sie die Producte, welche Ameisensäure und Bitter-mandelöl für sich geben. Beim Erwärmen mit chromsaurem Kaliund Schwefelsäure entwickelt sich sogleich Bittermandelöl.
Rhodeoretin: C rä II 60 0 36 +H O.
480. Die Jalappawurzel (Convolvolus ScMedeanus) enthältals wirksamen Bestandtheil einen Stoff, den man durch Ausziehenmit Weingeist in Lösung erhält und, nachdem man durch Be-handeln mit Knochenkohle unter Zusatz von Wasser gefärbteStoffe entfernt hat, durch Eindampfen der Lösung als ein gelb-liches Harz gewinnt. Dieses Rhodeoretin wird durch Auflösen inAlkohol und Fällen durch Zusatz von Aether rein erhalten. Essieht wie Gummi aus, schmilzt bei 150" und zersetzt sich in we-nig höherer Temperatur. Es ist geruchlos und geschmacklos,von schwach saurer Reaction. In Wasser ist es nur wenig lös-lich, sehr leicht in Weingeist, nicht in Aether; auch in verdünn-ten Säuren löst es sich leicht auf, durch concentrirte wird eszersetzt. In Alkalien löst es sich leicht, erleidet aber eine L'm-änderung, indem es dadurch in Rhodeoretinsäure übergeführt wird.Rhodeoretinsäure, 2 II O . C 7 ., H 62 0 38 . Man erhält dieseSäure durch Kochen von Rhodeoretin mit Barytwasser, Ausfällendes Baryts durch Schwefelsäure und Eindampfen der Lösung imWasserbade, wobei sie als eine gummiartige Masse hinterbleibt,die zwischen 100 —120° schmilzt. In Wasser und Weingeist löstsie sich in jedem Verhältnisse auf, nicht in Aether. Sie reagirtstark sauer und bildet mit den Basen zwei Salzreihen, welche1 oder 2 Aeq. Metalloxyd enthalten. Die Salze sind sämmtlichgummiartige Massen, die nach Quitten riechen. Bei der Entste-hung der Rhodeoretinsäure werden 4 Aeq. Wasser in die Ver-bindung aufgenommen.
Das Rhodeoretin und die Rhodeoretinsäure sind gepaarte Zu-ckerverbindungen. Durch Emulsin, sowie auch beim Kochen mitverdünnten Säuren erhält man daraus Zucker und eine krystalli-sirbare Säure, Rhodeoretinolsäure, C J6 H 34 O, 0 :
C^H.,0« + CHO = C 3 „II 34 O 10 + S(C 14 H ls O l8 ).
Die Rhodeoretinolsäure scheidet sich beim Erkalten der Lö-sung in blendend weissen feinen Krystallen aus, die zwischen40 — 50° schmelzen und sich fettig anfühlen. In Wasser ist siesehr schwer löslich, leichter in Aether, besonders leicht aber inAlkohol. Durch concentrirte Schwefelsäure wird sie, wie auchdas Rhodeoretin, roth gefärbt Mit 1 Aeq. Basis bildet sie neu-