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Glucoside.
Amygdalin: C,„ H 27 N 0. 22 + C II O.
485. In den Kernen vieler Pflanzen der Drupaceae, wie z. B.in Aprikosen, Kirschen und namentlich den bitteren Mandeln (nichtin den süssen), ferner in den Blättern und jungen Trieben, sowieauch der Rinde vieler Pflanzen derselben Familie (z. B. Kirsch-lorbeer, Traubenkirsche u. s, w.) kommt das Amygdalin in grös-serer oder geringerer Menge vor. Man gewinnt es aus den durchAuspressen von Oel befreiten bitteren Mandeln durch Auskochenmit Alkohol, Eindampfen und Fällen der concentrirten Lösungdurch Zusatz von Aether.
Das Amygdalin bildet glänzend weisse Krystallschuppen, istgeruchlos, von schwach bitterem Geschmack und löst sich leichtin Wasser und kochendem Weingeist, nicht in Aether auf. Esenthält G Aeq Krystallwasser, die es leicht verliert. In Berüh-rung mit dem, sowohl in den süssen, als auch in den bitterenMandeln enthaltenen Ferment, Synaptase oder Emulsin, zerfällt esbei mittlerer Temperatur schnell unter Aufnahme der Elementedes Wassers in Zucker, Bittermandelöl und Blausäure:C 40 H. 2r N 0 !2 -f 4 II O = 2(C,,H 11 0„) + Ci«H 1 0, + C ä NH.
In kochendem Wasser verliert das Ferment seine Wirkung,so dass das Amygdalin unzersetzt bleibt. Es folgt hieraus dasVerfahren, welches man bei einer vortheilhaften Darstellung vonBittermandelöl aus bitteren Mandeln einzuhalten hat. Man mussdie zerstossenen Mandeln zuerst mit kaltem Wasser zusammen-bringen und hierauf langsam zum Sieden erwärmen.
Beim Kochen des Amygdalins mit Alkalien entweicht derStickstoff in Form von Ammoniak,-und es entsteht Amygdalin-säure, C 10 H. 26 O 24 , welche als eine gummiartige sauerschme-ckende Substanz gewonnen wird. Die Amygdalinsäure lässt sichals eine gepaarte Verbindung von Zucker mit Mandelsäure,C 16 II 8 0 6 , betrachten. Die Mandelsäure kann man aus Amygda-lin oder aus einer Mischung von Bittermandelöl und Blausäuredurch Kochen mit Salzsäure darstellen, wobei in ersterem Falleder Zucker abgeschieden, und in letzterem Falle die Blausäurein Ameisensäure und Ammoniak verwandelt wird, welche ersteremit dem Bittermandelöl in Verbindung tritt: C u II 6 O a -f- C 2 NH-)-4HO=:C 16 H 8 0 6 + NII 3 . Aus der eingedampften Masse ziehtman die Mandelsäure durch Aether aus, und erhält beim Ver-dunsten farblose Krystalle, die beim Erhitzen sich zersetzen. DieMandelsäure ist eine gepaarte Verbindung von Ameisensäure mitBittermandelöl: C, „ H 8 0 6 = C 14 H 6 0 2 -f C 2 H 2 ü,.