Druckschrift 
2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
Seite
296
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

29G

Gluoosidc

hing mit Chromsäure wird das Saligenin in salicylige Säureübergeführt:

C 14 H, 0 4 + 2 O = C,, H, 0 4 + 2 H O.

Dieselbe Umwandlung erleidet das Salicin, nur wird dabeigleichzeitig der Zucker in Ameisensäure verwandelt.

Durch verdünnte Salpetersäure erleidet das Salicin eine eigen-thümliche Veränderung, indem das Saligenin, ohne aus der Ver-bindung mit Zucker zu treten, in salicylige Säure übergeführtwird. Schüttelt man 1 Thl. Salicin mit 10 Thln. Salpetersäurevon 1,1 G specif. Gewicht, so löst es sich in der Kälte allmäligauf, und nach einigen Tagen scheiden sich kleine weisse Nadelnvon Helicin, C 2e H 16 0 J4 -\- 2 H O, ab. Das Helicin ist in war-mem Wasser und in Alkohol sehr leicht löslich, unlöslich inAether. Bei 100° verliert es 2 Aeq. Krystallwasser und schmilztbei 175". Durch Säuren oder Alkalien, besonders leicht aberauch durch Emulsin oder Bierhefe, zersetzt es sich in salicyligeSäure und in Glucose:

C 21i H 16 0 14 + 2 H O = C M H, O, + G H 12 O lt .

Durch Behandlung mit wässerigem Chlor wird das Helicinin Chlorhelicin, C 26 H 15 Cl 0 14 -\- 4H O, verwandelt, welches,durch Emulsin zerlegt, neben Zucker chlorsalicylige Säure,C,,H 5 C10 4 , liefert.

Das Saliern liefert, mit Salpetersäure von verschiedener Stärkebehandelt, verschiedenartige Producte. Mit starker Salpetersäureerhält man in der Kälte Nitrosalicylsäure, CuHsXO,;beim Kochen aber Pikrinsäure, C,.. H d X . O s . Beim Schmel-zen mit Kalihydrat entsteht Salicylsäure neben Oxalsäure.

Populin: C 40 H 0 16 -f 4 H O.

483. In der Rinde und in den Blättern der Espe (Populustremutä) kommt ein farbloser krystallinischer Stoff neben Salicinvor, den man wie das Salicin gewinnt und von letzterem durchAusfällen mittelst kohlensaurem Kali trennt. Das so dargestelltePopulin besitzt einen süssen Geschmack, ist in Wasser schwerlöslich, leicht in Alkohol, sowie auch in Säuren, woraus es durchAlkalien gefällt wird. Das Populin wird durch Kochen mit Baryt-wasser in Salicin und Benzoesäure zerlegt:

C 40 H 22 O l6 + 2HO = C 14 H 6 O 4 + C 26 H ls O I4 .

Mit Salpetersäure liefert es unter Austritt von 2 Aeq. Was-serstoff, Benzohelicin, C 40 H 0 O 16 , das in kurzen Prismenkrystallisirt und dem Helicin sich ähnlich verhält. Man kann hier-