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Gerbsäuren.
Eichengerbs'äure: C 4 ., H 18 0 ?6
CnH,0|j.
Fig
475. Diese Gerbsäure findet sich besonders reichlieh in denG alläpfeln (bekanntlieh Auswüchse aus den Zweigen von Quercusinfectoria, verursacht durch das Eierlegen der Gallwespen). Die-selbe Säure findet sich auch im Sumach (Rhu.? coriaria), sowiein den chinesischen Galläpfeln. Man stellt sie am leichtesten ausden Galläpfeln dar, indem man diese gepulvert in einen Scheide-trichter A (Fig. 33) bringt, dessen Spitze durch Baumwolle loseverschlossen ist, und den man in eine FlascheI.i mit eingeriebenem Halse steckt. Man giesstauf die Galläpfel gewöhnlichen wasserhaltigenAether, welcher allmälig durchsickert und sichin der Flasche B ansammelt. In dieser theiltsich die Flüssigkeit in zwei Schichten; dieobere dünnflüssige ist Aether, welcher wenigGerbsäure aber einige andere Stoffe gelostenthält; die untere syrupdicke Schicht, vonschwach brauner Farbe, ist eine concentrirtewässerige Lösung von ätherhaltiger Gerbsäure.Man verdunstet aus letzterer Schicht denAether und trocknet die hinterbleibende Gerb-säure im leeren Raum über Schwefelsäure.Statt des wasserhaltigen Aethers kann manzum Ausziehen der Galläpfel auch eine Mi-sehung von Aether und Alkohol anwenden,durch dessen Verdunsten man die Gerbsäure,obgleich weniger rein, erhält.
Die Gerbsäure ist eine farblose unkrystallinische glänzendeMasse, welche keinen Geruch, aber einen stark adstringirenden,nicht bitteren Geschmack besitzt. Gewöhnlich ist sie schwach-gelb gefärbt, weil sie sich beim Abdampfen ihrer Lösung verän-dert. In Wasser ist sie leicht löslich, ebenso in Alkohol und inwasserfreiem Aether. Auf Zusatz von wenig Wasser theilt sichdie ätherische Lösung in drei Schichten ; die obere ist Aether,welcher wenig Gerbsäure enthält, die mittlere eine concentrirteAuflösung von Gerbsäure in Aether und die untere eine wässe-rige Lösung der Gerbsäure. Durch manche Salze, wie Chlorka-lium, Chlornatrium u. s. w., wird die Gerbsäure aus der wässeri-gen Lösung gefällt; mit Eisenoxydsalzen giebt sie einen schwarz-blauen Siederschlag, weiss dagegen fällt sie Brechweinstein, fastalle Pflanzenalkalien, Stärkmehl, Eiweiss, Leim. Am vollständig-