274 , Kohlenhydrate.
Der Traubenzucker verbindet sich mit den Basen wie derRohrzucker, doch wird er durch dieselben leicht gebräunt undzersetzt. Eine Barytverbindung, 2 (C 2 H 12 O,.) + 3BaO, erhältman, wenn man Traubenzucker und Baryt, beide in Holzgeistgelöst, mit einander vermischt, in Gestalt eines flockigen weissenNiederschlags. Eine ähnliche Bleiverbindung. C,., H n O n -|-3PbO,erhält man durch Fällen von Traubenzucker mit essigsauremBleioxyd unter Zusatz von Ammoniak.
Der Traubenzucker giebt mit Kochsalz eine in schönen Kry-stallen anschiessende Verbindung, 2(C, 2 H I2 0, 2 ) . NaCl -{- 2HO,die im leeren Raum 2 Aeq. Wasser verlieren und dabei zerfallen.
Der Traubenzucker, welcher durch verdünnte Säuren unver-änderlich ist, wird auch von concentrirter Schwelelsäure nicht ge-schwärzt. Bringt man bei 100' getrockneten Traubenzucker mitdem anderthalbfachen Gewicht concentrirter Schwefelsäure zusam-men , so löst er sich auf und verbindet sich zu einer gepaartenSäure, die man in "Wasser löst und durch Sättigen mit kohlen-saurem Baryt von unverbundener Schwefelsäure befreit. DurchZusatz von basisch-essigsaurem Bleioxyd fällt zucker-schwefel-saures Bleioxyd nieder, durch dessen Zersetzung mit Schwefel-wasserstoff man die Zucker-Schwefelsäure frei erhält. Sie istindessen wenig beständig und zersetzt sich leicht.
Bei Gegenwart von Basen oxydirt sich der Traubenzuckersehr leicht. Er nimmt aus der Luft Sauerstoff auf und färbtsich braun. Kupferoxyd wird in alkalischer Lösung schon in derKälte zu Oxydul, Quecksilbcroxydsalze werden zu Oxydulsalzenoder metallischem Quecksilber reducirt, aus Silber- und Goldlö-sungen scheidet sich das Metall ab.
Man wendet diese Eigenschaft zur Bestimmung der in einerFlüssigkeit vorhandenen Zuckermenge an. Man erhitzt eine mitWeinsäure und überschüssigem Kali versetzte Kupfervitriollösungzum Kochen und bringt die zu prüfende Flüssigkeit hinzu, wobeider Zucker sich rasch oxydirt und rothes Kupferoxydul nieder-fällt, das man, durch Glühen in Kupferoxyd verwandelt, wiegenkann; 1 Aeq. Traubenzucker reducirt in dieser Weise 10 Aeq.Kupferoxyd. Am zweckmässigsten ist es, sich hierbei titrirterKupferlösungen zu bedienen, denen man so lange Zuckerlösungenhinzusetzt, bis sie entfärbt sind.
Auch bei abgehaltener Luft wird der Traubenzucker durchdie Einwirkung starker Basen zersetzt und in Glucinsäure,C 8 H,,0 5 , verwandelt. Vermischt man Traubenzucker mit Baryt-hydrat und erwärmt auf 100 \ so bildet sich unter lebhaftem