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Harnsä ure.
Das zweifach-harnsaure Ammoniurnoxyd, NH,0.HO . C 10 IL,N 4 O.,, erhält man durch Uebergiessen von Harnsäuremit wässerigem Ammoniak in feinen nadelförmigen Krystallen,die erst in 1GOO Thln. kalten Wassers löslich sind. Dieses Salzbildet den Hauptbestandteil der Schlangenexcremente und schei-det sich oft als Harnsediment ab. Von den Erdalkalisalzen istdas saure Kalksalz am leichtesten löslich, nämlich in G00 Thln.kaltem Wasser.
Die Harnsäure lässt sich als eine gepaarte Harnstoffverbin-dung ansehen, doch kennt man die mit Harnstoff gepaarte Säurenicht im freien Zustande: man hat sie Urilsäure genannt. Esist hiernach:
Urilsäure . . . C a N, 0, + xHO,Harnstoff . . . G, H 4 N e Q 2 ,
Harnsäure . . . C lLI II, X, 0 6 .Diese Ansicht stützt sich namentlich auf die
Verwandlungen der Harnsäure.
459. Erhitzt man Harnsäure, so entweicht viel kohlensauresAmmoniak, Blausäure, Cyansäure u. s. w. und es bleibt eine stick-stoffhaltige Kohle. Mit Kalihydrat geschmolzen, wird sie unterEntwickelung von Ammoniak in Oxalsäure verwandelt, mit ver-dünnter Kalilauge dagegen nimmt sie beim Kochen G Aeq. Was-ser auf und geht in Uroxansäure, 2 H O . C, 0 H„ N 4 O 10 , über,die, durch Salzsäure abgeschieden, in farblosen Prismen niederfällt.
Durch Salpetersäure entsteht aus der Harnsäure eine Reihesehr merkwürdiger Produete. In Folge der Oxydation durchSalpetersäure wird die Urilsäure in der Verbindung zu Alloxanoxydirt und zugleich von Harnstoff frei, welcher indessen zumTheilmit der salpeterigen Säure, die gleichzeitig entstanden ist, m Koh-lensäure, Wasser und Stickstoff sich umsetzt.Urilsäure C 8 N s 0„ + 2 O -f 4 H O = C a H, N 2 O 10 Alloxan,Harnstoff C ! H 1 N ä 0 1 + 2N0 8 = 2CO s + 4N+4HO.
Da auf 1 Aeq. Alloxan 2 Aeq. Harnstoff und 1 Aeq. salpe-terige Säure frei werden, so bleibt die Hälfte des Harnstoffs un-zersetzt.
Alloxan: C 8 H 4 N, O 10 .
4G0. Man erhält das Alloxan, indem man in Salpetersäurevon 1,41 specif. Gewicht nach und nach Harnsäure einträgt, welche sich