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2 (1853) Organische Chemie
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H a r n s t o ff.

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Stoffs erforderlich ist, kann man leicht die Menge des in einerLösung enthaltenen Harnstoffs bestimmen.

419. Harnstoff wird leicht durch verschiedene chemischeAgentien zersetzt.

Beim Erhitzen auf 130 1G0 0 entweicht Ammoniak, und deranfangs geschmolzene Rückstand erstarrt zu einer Masse vonCy anur s ä u r e: 3 (C 2 II 4 N s 0 2 ) = C u II, N 3 0 6 -f 3 NH 3 . Gleich-zeitig finden indessen ausser dieser Hauptumsetzung andere in ge-ringerem Maassstab statt, so dass der Rückstand ausser Cyanur-säure noch Ammelid, C B H 4 K 4 0| und Biuret, C,H 5 rA 3 0 4 ,enthält. Diese Zersetzungen erfolgen nach den Gleichungen:3 (C 2 H 4 N, 0 2 ) = C 0 H, N 4 0 4 -f 2 NII 3 + 2 II O,2 (C, II, N, 0 9 ) = G, II 5 N 3 0, + K H,.

Das Biuret bildet kleine farblose Krystalle, die in Wasserund Alkohol sich leicht lösen, und durch Kupferoxydsalze beiGegenwart von Kali roth gefärbt werden.

Der Harnstoff zerfällt leicht, indem er in die Elemente von2 Aeq. Wasser aufnimmt, in Kohlensäure und Ammoniak: C 2 HiN 2 0 2-)-2HO = 2C0 2 + 2NH 8 . Dies geschieht bei dem Behandelnmit concentrirter Schwefelsäure, beim Erhitzen mit Kalkhydrat,bei der Berührung mit faulenden Stoffen (daher enthält der ge-taulte Harn keinen Harnstoff mehr), ja selbst schon (aber sehrlangsam) beim Kochen mit Wasser. Erhitzt man ihn in zuge-schmolzenen Glasröhren mit Wasser auf 230 240°, so ist dieseZersetzung rasch vollendet. Man wendet dieses Verhalten zurquantitativen Bestimmung des Harnstoffs an, indem man ihn ent-weder mit Schwefelsäure zerstört und die Menge des Ammoniaksbestimmt, oder auch die bei der Zersetzung des Harnstoffs in zu-geschmolzenen Röhren frei werdende Kohlensäure an Baryt bindetund wägt. Je 2 Aeq. Kohlensäure oder Ammoniak entsprechen1 Aeq. Harnstoff.

Die salpeterige Säure zerlegt den Harnstoff leicht in Kohlen-säure und Stickstoff:

Cj H 4 N, 0 2 + 2N 0 3 = 2 C 0 2 -f 4N + 4 II O.

Homologe des Harnstoffs.

420. Bringt man Cyansäure statt mit Ammoniak mit denhomologen Bairen der Alkoholradicale zusammen, so entstehenzusammengesetzte Harnstoffe, dem Harnstoff entspre-chende Verbindungen, in welchen aber 1 Aeq. Wasserstoff durchMethyl, Aethyl u. s. w. substituirt ist. Alle diese Bildungswei-sen werden durch entsprechende Gleichungen dargestellt.

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