Schwefelsaures Methyloxyd. 141
ändert erhalten hat. Wir wollen in dem Folgenden einige Me-thyloxydverbindungen näher beschreiben.
227. Schwefelsaures Methyloxyd, C 2 I1,0.S0 3 , wirddurch Destillation von 1 Thl. Ilolzgeist mit 10 Thln. concentrir-ter Schwefelsäure als ein farbloses Oel von knoblauchartigem Ge-ruch erhalten. Sein specif. Gewicht ist 1,234, sein Siedepunkt188°. Durch Wasser wird es langsam, durch Alkalien sogleichin Ilolzgeist und Methylschwefelsäure zersetzt. Wässeriges Am-moniak verwandelt es augenblicklich in Sulfamethylan, C 2 H 5N.2S0 3 , welches in grossen wasserhellen Tafeln krystallisirt.
Das schwefelsaure Methyloxyd lässt sich durch Erhitzen mitanderen Salzen in eine Reihe \on anderen Methylverbindungen ver-wandeln. So lielert es z. B. beim Erhitzen mit ameisensauremNatron, ameisensaures Methyloxyd und schwefelsaures Natron,C s H 3 0.SO 3 -|-NaO.C 2 II0 3 =:C 2 H 3 O.C 2 H0 3 ~l-NaO.S0 3 .
Mit Chlornatrium destillirt, erhält man Chlormethyl undschwefelsaures Natron, C 2 I1 3 0 . S0 3 -f NaCl = CJI 3 C1 -f-NaO.SCv Das schwefelsaure Methyloxyd verhält sieh daher, wieman aus diesen Beispielen sieht, bei dem Erhitzen wie ein schwe-felsaures Salz einer unorganischen Basis.
228. Methyloxyd-Schwefelsäure, HO.C 2 II, 0.2S0 3 .Mischt man 1 Thl. Holzgeist mit 2 Thln. concentrirter Schwefel-säure, verdünnt hierauf mit Wasser und neutralisirt mit kohlen-saurem Baryt, so scheidet sich schwefelsaurer Baryt ab. aber einanderes Barytsalz bleibt in Lösung und lässt sich durch Abdam-pfen in Krystallen gewinnen. Diese Krystalle sind methyloxyd-schwefelsaurer Baryt, Ba O . G, H 3 0. 2S 0 3 -f 2 II 0. Löst mandieses Salz in Wasser auf, und fällt den Baryt genau mit Schwe-felsäure aus, so erhält man beim Verdunsten der Lösung imluftleeren Raum die Methyloxydschwefelsäure in weissen, sauren Na-deln , die in Wasser leicht löslich sind, weniger in Weingeist.Durch Neutralisation mit Metalloxyden kann man aus der S^iuredie übrigen methyloxydschwet'elsauren Salze darstellen, die inWasser sämmtiich löslich sind.
229. Methyldithionsäure, HO . C 2 H 3 . S„ 0 5 . Mankann diese Säure entweder als eine gepaarte Verbindung desMethyls betrachten, oder auch als eine Verbindung von Methyl-oxyd mit schwefliger Säure, 110 . C 2 II 3 0 . 2S0 2 . Diese Säurewird durch Behandlung von Schweielmethyl oder Schwefelcyan-methyl mit Salpetersäure, am leichtesten erhalten. Sie ist aberbesonders dadurch interessant, dass man sie aus rein unorgani-schen Stoffen gewinnen kann. Bringt man nämlich Schwefelkoh-