12G
C hin on.
Behandelt man Chinon mit Reductionsmitteln bei Gegenwartvon Wasser, so nimmt es 2 Aeq. Wasserstoff auf und verwandeltsieh in farbloses Hydrochinon, C 12 H 6 0 4 . Am besten leitetman in eine warme Chinonlösung schweflige Säure, bis die Lö-sung entfärbt ist, und erhält durch Verdunsten derselben dasHydrochinon in farblosen sechsseitigen Prismen krystallisirt, diein Wasser und Alkohol, besonders in der Wärme, leicht löslichsind und einen süsslichen Geschmack besitzen. Seine Bildungerklärt die Gleichung:
C, H 4 0, +■ 2 HO + 2 S0 2 = C ls II 6 0, + 2 so 3 .
Durch Oxydationsmittel, z. B. Eisenchlorid, verdünnte Sal-petersäure u. s. w., wird dem Hydrochinon 1 Aeq. Wasserstoffentzogen, wodurch es in grünes Hydrochinon, C 24 H 10 O 8 ,übergeht, welches in grün glänzenden Krystallen, ähnlich wieKolibrifedern, erhalten wird. Es löst sich in warmem Wasser leicht,schwierig in kaltem; in Alkohol und Aether ist es leicht löslich.
Das grüne Hydrochinon bildet sich auch, so oft Chinon undfarbloses Hydrochinon zu gleichen Aequivalenten in Lösung vermischtwerden, sowie es auch beim Kochen in Wasser in diese Bestand-theile wieder zerfällt.
Chinon und Hydrochinon geben bei der Behandlung mitSchwefelwasserstoff, ersteres braunes Sulfohydrochinon,C 12 H 6 S 2 0 4 ; letzteres gelbes Sulfohydrochinon, C 12 H 6 S0 4 .
Aehnlich wie das Chinon verhalten sich die gechlorten Sub-stitutionsproducte desselben, auch sie nehmen 1 oder 2 Aeq. Was-serstoff auf und geben gechlorte Hydrochinone.
Säuren mit 11 Aeq. Sauerstoff.
Citronensäure: 3 110 . C 12 II 5 O u .
200. Die Citronensäure findet sich im freien Zustande inden Citronen und einigen anderen sauren Früchten, z. B. denStachelbeeren, Johannisbeeren, den Vogelbeeren, und mit Me-talloxyden vereinigt in den Knollen von Helianthus tuberosus,den Krappwurzeln und einigen anderen Wurzeln. Sie wird imGrossen aus den Citronen durgestellt, indem man ihren Saft mitkohlensaurem Kalk neutralisirt und den niederfallenden citronen-sauren Kalk durch verdünnte Schwefelsäure zerlegt. Man filtrirtnun von dem schwefelsauren Kalk ab und dampft die Lösungein, worauf bei dem Erkalten die Citronensäure in grossen was-