fr
9G
Fette Säuren.
Oenanthylsäure: HO. C 14 H U 0 3 .
138. Diese Säure entsteht besonders bei der Oxydation desRieinusöls mit Salpetersäure oder Chromsäure, und bildet eineiärblose Flüssigkeit, die bei 212" siedet. Durch den galvanischenStrom wird sie in alkalischer Lösung in ähnlicher Weise wie dieBaldriansäure zersetzt, und unter Entwickelung von Kohlensäureund Wasserstoff in Caproyl, C 12 H 13 , übergeführt, welchesletztere bei der Oxydation durch Salpetersäure Capronsäure lie-fert. Der Aldehyd der Oenanthylsäure, C 14 H 14 0 2 , Oenanthalgenannt, bildet sich bei der trocknen Destillation des Rieinusöls.Er zeigt den übrigen Aldehyden ähnliche Verhältnisse.
Capronsäure, Caprylsäure und Caprinsäure.
139. Diese drei Säuren kommen neben Buttersäure in derButter und anderen Fetten, z.B. im Cocosnussöl, vor. Die Capron-säure, HO. (' 12 H U 0 3 , lässt sich, wie erwähnt, aus der Oenan-thylsäure darstellen, am reinsten aber durch Behandlung vonCyanamyl mit kochender Kalilauge, wobei dieses unter Wasser-aumahme in Capronsäure und Ammoniak zerfällt:
C 12 H U N + 4HO = C 12 H 12 0 4 -f NH,
Um diese drei Säuren gemeinschaftlich darzustellen, verseiftman Cocosnussöl durch Kochen mit Kali, scheidet die gebildetenfetten Säuren durch Schwefelsäure ab, und destillirt die flüchti-gen Säuren ab, welche mit dem Wasserdampf übergehen. Neu-tralisirt man das Destillat mit Baryt, so scheidet sich der schwer-lösliche caprinsäure Baryt ab, und beim Abdampfen der Lösungkrystallisirt zuerst caprylsaurer, später caprinsaurer Baryt. Alledrei Barytsalze müssen zu ihrer Reinigung mehrmals umkry-stallisirt werden. Aus diesen Barytsalzen scheidet man durchSalzsäure die betreffenden Säuren ab.
Die Capronsäure, HO.C^HuOj, ist bei gewöhnlicherTemperatur eine ölartige Flüssigkeit, welche selbst bei — 10°nicht fest wird. Sie siedet bei 200°.
Die Caprylsäure, HO . Ci 6 H, 5 0 3 , ist unter 14° fest.
Die Caprinsäure, HO.C 20 H 19 O 3 , bildet bei gewöhnli-cher Temperatur eine weissliche, bei 27° schmelzende, krystalli-