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Cyan.
dampf entweicht. Die Marmorstücke (kohlensaurer Kalk) halten
die Chlorwasserstoffsäure zurück, das Chlorcalcium nimmt den
Fig. 19.
Wasserdampf aui, und in der kalten Vorlage verdichtet sich dieCyanwasserstoffsäure.
Die Cyanwasserstoffsäure ist eine wasserhelle sehr beweglicheFlüssigkeit, welche bei —15° zu einer faserigen Krystallmasse ge-steht und bei 20,5° kocht. Lässt man die Flüssigkeit an freierLuft rasch verdampfen, so entsteht ein hinreichender Kältegrad,um den zurückbleibenden Theil zum Erstarren zu bringen. Dasspecif. Gewicht der flüssigen Säure ist 0,G97 bei 18°, ihre Dampf-dichte 0,948. Sie besitzt einen durchdringenden Geruch, der anden der bitteren Mandeln erinnert.
Die Cyanwasserstoffsäure, gewöhnlich Blausäure genannt,weil sie Eisensalze blau färbt, ist auch in verdünntem Zustandeein heftiges Gift. Ein Tropfen der concentrirten Säure ist hin-reichend, um einen Hund zu tödten, wenn man ihn in den Munddesselben bringt; ebenso giftig aber ist die Blausäure, wenn siedurch eine Wunde unmittelbar mit dem Blute in Berührung kommt.Man muss daher mit diesem Stoffe sehr vorsichtig umgehen undsich namentlich hüten, die Dämpfe desselben einzuathmen. Insehr verdünntem Zustande ist sie dagegen ein schätzbares Heil-mittel. Es ist von der grössten Wichtigkeit, den Gehaltder verdünnten(officinellen) Blausäure an wasserfreier Blausäure zu ermitteln, umstets eine Säure von constantem Gehalt anwenden zu können. Zudiesem Zweck misst man ein bestimmtes Volum derselben ab undversetzt sie so lange mit einer Silberlösung, als noch ein Niederschlagvom Cyansilber entsteht; man trocknet und wägt den Niederschlag.lOOThle. desselben entsprechen 20,1 Thln. wasserfreier Blausäure.
Die Blausäure ist eine schwache Säure, welche die Lackmus-tinctur nicht röthet; sie verbindet sich indessen mit den meistenMetalloxyden, ähnlich wie die übrigen Wasserstoffsäuren, unterAbscheidung von Wasser zu Cyanmetallen.