58 Cyan.
es mit purpurfarbiger Flamme, unter Freiwerden von Stickstoff
zu Kohlensäure. Wasser löst sein vier- bis fünffaches Volum von
Cyangas auf und verliert dasselbe beim Erwärmen wieder leicht.
Fig. 17.
Bei längerem Stehen in einer verschlossenen Flasche färbt sichdiese Lösung braun, und das Cyan verbindet sich mit dem Was-serstoff und dem Sauerstoff des Wassers zu CyanwasserstofFsäureund Cyansäure, welche beide weitere Zersetzungen erleiden, wo-durch kohlensaures Ammoniak, oxalsaures Ammoniak, Harnstoffund andere Producte entstehen.
Verbindungen des Cyans.
G5. Das Cyan verbindet sich mit vielen Metallen unmittelbarzu C y a n rn'e tallen; ebenso geht es mit Chlor und mit Brom unmit-telbar Verbindungen ein. Man kann ausserdem auf indirectemWege Verbindungen des Cyans mit Wasserstoff, Sauerstoff,Schwefel und anderen Körpern darstellen.
Cyanwasserstoffsäure: HCy.
CG. Die CyanwasserstofFsäure bildet sich häufig aus Pflanzen-stoffen, wenn sie mit Wasser übergössen werden, z. B. aus bitte-ren Mandeln, Pflaumenkernen, Kirschlorbeerblättern u. s. w., weildiese alle Amygdalin enthalten, welches unter gewissen Umstän-den in Zucker, Bittermandelöl und Blausäure zerfällt. Die Cyan-wasserstoffsäure bildet sich ausserdem häufig, wenn Salpetersäureauf organische Verbindungen, auch stickstofffreie, einwirkt.
Man stellt sie am leichtesten aus dem im Handel vorkommen-den Blutlaugensalz dar, indem man 10 Thle. davon mit einem
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