0 Einleitung.
brannten Federn; die hierbei entweichenden Dämpfe enthaltenAmmoniak, dessen Gegenwart man leicht daran erkennt, dassein mit Lackmus gefärbtes, durch Säuren geröthetes feuchtesPapier beim Einbringen in den beim Erhitzen entweichenden Dampfwieder blau gefärbt wird. Nähert man der Glasröhre, in welcherdas Erhitzen stattfand, einen mit verdünnter Chlorwasserstoffsäurebefeuchteten Glasstab, so entstehen Nebel von Salmiak (I. 422.)
Besser noch verfährt man bei der Prüfung auf einen Gehaltan Stickstoff in der Weise, dass man die organische Substanznicht für sich, sondern gemengt mit Kali- oder Kalkhydrat er-hitzt. Manche stickstoffhaltige organische Substanzen entwickelnnämlich beim Glühen für sich neben Ammoniak auch flüchtigeSäuren, welche sich mit dem Ammoniak verbinden und die Re-action desselben auf Lackmus oder Chlorwasserstoffsäure aufheben.Beim Erhitzen mit Kali- oder Kalkhydrat werden die fluchtigenSäuren zurückgehalten, in stärkerer Hitze oft völlig zerstört, unddas Ammoniak entweicht in freiem Zustande, so dass es sich leichterkennen lässt.
Einen kleinen Gehalt an Stickstoff erkennt man am leichte-sten in folgender Weise. Man mischt den organischen Stoff mitein wenig Kalium und erhitzt in einem Proberöhrchen, wobei ge-wöhnlich eine schwache Verpuffung eintritt. Die geglühte Massebehandelt man mit Wasser, kocht die Lösung mit etwas Eisen-vitriol und macht sie hierauf mit Schwefelsäure schwach sauer.Das Kalium bildet mit stickstoffhaltigen organischen Substanzenimmer Cyankalium. und dieses verwandelt sich mit der Eisen-oxydullösung in Ferrocyankalium (I. 512.), das mit dem stets ge-bildeten Eisenoxyd in saurer Lösung Berlinerblau abscheidet. Einblauer Niederschlag, der hierbei entsteht, zeigt daher die Gegen-wart von Stickstoff in der geprüften Substanz an.
Prüfung auf Schwefel
8. Das sicherste Mittel, um einen Gehalt an Schwefel in einerorganischen Substanz nachzuweisen, ist die Verbrennung derselbenmit einer Mischung von kohlensaurem Kali und Salpeter, wobeider Schwefel auf Kosten des Sauerstoffs im Salpeter vollständigin Schwefelsäure übergeht. Löst man daher die durch Glühenweiss gewordene Mischung im Wasser auf, macht sie durch Zusatzvon Chlorwasserstoffsäure sauer und setzt Chlorbarium zu, soentsteht ein weisser Niederschlag von echwefelsaurem Baryt, imFalle die untersuchte Substanz Schwefel enthielt.