Luft.
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Für die Athmung des Menschen verhalten sich daher Stickstoff und Argonebenso wie die seltenen Gase nach unseren jetzigen Kenntnissen uuthätig, dagegenspielen die anderen Bestandtheile für den Athmungsvorgang eine bedeutende Rolleund sind auch für die sonstigen Lebensvorgänge, für das Allgemeinbefinden vonnicht unwesentlicher Bedeutung.
a) Sauerstoff. Von demselben gebraucht der erwachsene Mensch nachS. 269 bei mittlerer Kost und Arbeit täglich etwa 750 g oder 520 1 (mit Schwan-kungen von 700—1000 g), die vorwiegend vom Hämoglobin des Blutes gebundenwerden; letzteres enthält 22—25% seines Volumens an Sauerstoff. Unter den ge-wöhnlichen Bedingungen des Lebens athmen wir nicht immer so viel Luft ein, alszur Deckung des Sauerstoffbedarfs uöthig ist, sondern mehr; es findet eine ArtLuxusathmung statt. Gegenüber der Ruhe im Liegen steigern Sitzen, Stehen, Lesenden Sauerstoffverbrauch um 20—30%, Fahren, Gehen etc. um 60—90 0 j ü . Die ge-wöhnlichen Schwankungen des Sauerstoffgehaltes der Luft betragen nur 20,85 bis20,99 Vol.- 0 /,, *); aber der Mensch kann weit grössere Schwankungen ohne Gefähr-dung des Lebens odor der Gesundheit ertragen; erst bei einer Verminderung des Sauer-stoffgehaltes der Luft auf 11—12 Vol.-% treten gefahrdrohende Erscheinungen auf,der Tod erst bei etwa 7,2 Vol.-%.
b) Kohlensäure. An Stelle des eingeathineten Sauerstoffs wird eine ent-sprechende Menge Kohlensäure ausgeathmet, von dem erwachsenen Menschen nachS. 269 täglich etwa 900 g — 455 1 (mit Schwankungen von 800—1150 g je nach Artund Menge der Nahrung wie der Arbeitsleistung). Der Mensch athmet im Jahrdurchschnittlich ungefähr so viel Sauerstoff ein und Kohlenstoff in Kohlensäure aus,als 3 ar Wald erzeugen bezw. aus der Luft nehmen.
Der Gehalt der Luft an Kohlensäure schwankt zwischen 0,0225 bis0,0486 Vol.-%; Williams 2 ) giebt in Sheffield Schwankungen von 0,00216 bis0,0622 Vol.-% an; im Mittel betrug in der Vorstadt von Sheffield der Gehalt0,0327 Vol.-%, im Mittelpunkte derselben 0,0390 VoJ.-%, also lag der Werth inletzterem Falle, wie kaum anders erwartet werden kann, etwas höher.
Nach Fr. Schulze soll für Rostock die vom Meere bezw. der See wehendeLuft stets etwas weniger Kohlensäure enthalten, als die vom Festland kommendeLuft bei nordöstlichen Winden. Williams hat für Sheffield in England das Gegen-theil gefunden.
G. Ei Armstrong fand im Mittel von 53 TagesbestimiiujDgen in der Tagesluft0,0296 Vol.-%, nach 62 Nachtbestimmungen in der Nachtluft 0,0329 Vol.-% Kohlen-säure. Auch J. Reiset und E. Wollny fanden in der Nachtluft mehr Kohlensäure(nämlich Reiset 0,0308 Vol.-°/ 0 ), als in der Tagesluft (nämlich 0,0289 Vol.-%).
An Nebeitagen betrug nach Spring und Roland der Kohlensäuregelialt inLondon 0,072 VoL-%, an nebelfreien Tagen nur 0,040 Vol.-%. Auch Williamsgiebt für Nebel und Schnee ein Anwachsen der Kohlensäure an, während Regendagegen keine merkliche Wirkung hervorrufen soll.
Nach P. Truchot ist die Luft in grösseren Höhen kohlensäureärmer, alsdie in niederen Höhen; er fand:
') Tergl. u.a. U. Kreusler, Landw. Jahrbücher 1885, 14, 305.
'') Berichte d. deutschen ehem. Gesellschaft 1897, 30, 1450; hier findet sieh auch eineliterarische Zusammenstellung der bisherigen Ergebnisse.
König, Nahrungsmittel II. i. Aufl. 90