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Wasfer.
.5. Künstliche Mineralwässer. Da sich die natürlichen Mineral-wässer nur auf eine gewisse Strecke versenden lassen, ohne zu thener für dea all-gemeinen Gebrauch zu werden, so pflegt man jetzt allgemein Mineralwasser künst-lich herzustellen, indem man gewöhnlichem Quell- oder Brunnenwasser die ent-sprechenden Arten und Mengen Salze zusetzt und dann die Lösung mit Kohlen-säuregas sättigt.
Auf 100 1 destillirtes (oder ganz reines Brunnen-) Wasser rechnet manz. B, 150—350 g Natriumkarbonat und 20 — 50 g Kochsalz, indem man dazuwechselnde Mengen von bald 20 g Ohlorcalcium oder 10 g Cblormagnesium oder50—100 g Natriumsulfat bezw. Magnesiumsulfat etc. je nach dem Verwendungszweckzusetzt. Die Kohlensäure wird entweder direkt aus Magnesiumkarbonat durchSchwefelsäure (oder Salzsäure) erzeugt oder jetzt allgemein als fertige, flüssigeKohlensäure bezogen.
Indem man statt der Salze Zucker, "Wein- oder Citronensäure dem Wasserzusetzt und dieses mit Kohlensäure sättigt, erhält man die Limonade gazeuse.Heber Brause-Limonade vergl. S. 974.
Das gemeinsame Gefäss für die Bereitung der künstlichen Mineralwässer istdas mit Manometer etc. versehene IVIischungsgefäss. in welchem die Sättigungder Salzlösung mit Kohlensäure unter Druck und Rühren vor sich geht. Für Flaschenrechnet man 4, für Siphons 6 Atmosphären Druck. Ist bei der Flasehenfüllungder Druck auf 3 Atmosphären gesunken, so muss wieder Kohlensäure nachgedrücktwerden jedoch ohne zu rühren. Bei den früheren Pumpenapparaten, bei denendie Entwickelungsgefässe für Kohlensäure aus Thon oder Blei gefertigt waren,wurde die durch Waschapparate gereinigte Kohlensäure zunächst in Gasometerngesammelt und von diesen durch Druckpumpen in das Mischungsgefäss gepresst;dabei unterschied man kontinuirliohe Pumpenapparate, bei denen die Arbeitd. h. F>infüllen der Salzlösung und Einpressen der Kohlensäure ohne Unterbrechungfortgesetzt werden konnte, und intermittirende bezw. diskontinuirliche Apparate,bei denen man das fertig gestellte Erzeugniss erst vollständig aus dem Gefäss ab-füllte, bevor man es wieder mit einer neuen Menge Salzlösung füllte und das Ein-pressen der Kohlensäure von neuem begann. Den Pumpenapparaten folgten diesog. „ Selbstentwickler ", bei denen die Kohlensäure aus dem Entwiekelungs-gefäss durch ihren eigenen Druck, nicht durch Pumpen in das Wasser bezw. indie hergestellte Lösung eingepresst wurde. Auch hierfür sind wie für die Pump-apparate verschiedene Einrichtungen in Anwendung gebracht. Statt dieser Apparatewendet man jetzt aber fast allgemein flüssige Kohlensäure in Bomben an, welche vor-wiegend aus der Kohlensäure, die der Erde entströmt, theilweise aber auch aus Karbo-naten (Magnesit und Kalkstein), oder durch Verbrennen von Koks, oder aus der Gäh-rungs-Kohlensäure genommen wird. Bei ihrer Anwendung zur Darstellung von künst-lichem Mineralwasser braucht zwischen Bombe und Mischungsgefäss nur ein Reducir-veutil, verbunden mit einem Expansionsgefäss, welches mit Manometer und Sicherheits-ventil versehen ist, angebracht zu werden. Hierdurch ist die Darstellung künst-licher kohleivsäurehaltiger Wässer wesentlich vereinfacht. Auch ist bei Anwendungflüssiger Kohlensäure die Möglichkeit einer schädlichen Verunreinigung des her-zustellenden Mineralwassers geringer als bei Anwendung von selbsterzeugter gas-förmiger Kohlensäure, indess enthält auch die flüssige Kohlensäure mitunter Ver-