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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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1412
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I

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Wasser.

Gebrauch im Haushalte, beim Kochen, Waschen u. s. w. fühlbar. Es dürfte daher stets- gorathen sein,auf das Eintreten letzterer Uebelst.ände mindestens aufmerksam zu machen, wenn steh die Gesammt-härte, in deutschen Härtegraden ausgedruckt, 1015 nähert.

Im Einzelfalle dürften keine gesundheitlichen Bedenken zu hegen sein, auch \Va3Ser mit nochmehr als 30 Härtegraden es sind sogar Leitungswasser mit über 50 deutschen Härtegraden imGehrauch zuzulassen, da die Erfahrung lehrt, dass diese bei regelmässig« Genuss gut vertragenwerden, wenn sie auch für die an Wasser anderer Beschaffenheit Gewöhnten nicht gleich bekömm-lich sind.

12. Die Alkalimet allle sind für die Beurtheilung von Wichtigkeit, weun man ihre Herkunftnicht auf ein natürliches Vorkommen, sondern auf eine Verunreinigung zurückführen kann. So kannNatrium in seiner Chlorverbindung von menschlichen und thierischen Abfällen herstammen und wirddann sinngemäss mit dem Chlor zu beurtheilen sein (vergl. S. 1411). Kann die Gegenwart, von Kaliumauf ähnliche Umstände zurückgeführt werden, so inuss man einen strengeren Maassstab anlegen, dabekanntermassen dieses Alkalimetall vom Boden stark ahsorbirt wird und demgemäss dann sein Auf-treten im Wasser eine abgeschwächte Leistungsfähigkeit des Bodens anzeigt. Für gewöhnlich beträgtder Kaligehall, in reinen Wässern nur wenige Milligramm, durch häusliche Abgänge verunreinigteWässer enthalten dagegen grössere Mengen Kali.

13. Blei soll in einem für Genusszwecke bestimmtem Wasser nicht vorhanden sein. Bei derVerwendung von Bleirohren für Hausleitungen empfiehlt es sich, das in den Bohren gestandene Wasservor dem Gebrauch durch Ablaufenlassen zu entfernen.

Die Lösung von Blei erfolgt vorwiegend durch Vermittelung von Sauerstoff und freier Kohlen-säure: an den Lolhstellen der Rohre wird diese durch galvanische Wirkung begünstigt. Auch allean organischen Stoffen reichen und gleichzeitig weichen Wässer sind für Leitungszwecke von vornhereinbedenklich, weil sich in demselben leicht freie Kohlensäure neben Sauerstoff bilden kann. Ueber dieMittel zur Beseitigung der bleilösenden Wirkung eines Wassers vergl. S. 1408.

Geringe Mengen von Zink und Kupfer, wie solche bei der Verwendung galvanisirter Eisen-rohre oder Kupferrohre im Wasser vorkommen, dürften zu einer Beanstandung keine Ver-anlassung geben.

14. Die Menge des freien Sauerstoffes lässt insofern einen Schluss auf die Reinheit eines Wasserszu, als sie in dem Maasse geringer wird, in welchem oxydationsfähige Stoffe vorhanden waren. DieBestimmung des freien Sauerstoffs ist unterrichtend für die Möglichkeit der Bliüösungsfähigkeit desWassers; sie kann ferner Aufschluss geben über die Abnahme des Eisengehaltes des Grundwassers ingewissen Tiefen des Bodens, bis zu welchen der Sauerstoff eindringt und das lösliche Oxydulhydrat, zuunlöslichem Oxydhydrat oxydirt, in welcher Porm das Eisen durch die filtrireude Wirkung des Bodensmechanisch zurückgehalten wird.

B. In mikroskopischer Hinsicht.

Da ein gutes Trink- und häusliches Gebrauchswasser hell und klar sein soll, so sind schon ausdem Grunde alle mikroskopisch im Bodensatz erkennbaren Stoffe, besonders organischer Art, bedenklichund zwar um so mehr, je reicher die Schwebe- und Sinkstoffe an pflanzlichen oder thierischenLebewesen sind.

Im Allgemeinen kann angenommen werden:

1. Dass ein Wasser, welches neben Crenothrix und anderen Pilzfäden, sowie neben Infusorienviel Diatomeen enthält, Zuflüsse von mehr pflanzlichen Zersetzungsher<len erhalten hat; ein solchesWasser ist zwar unrein, aber deswegen noch nicht gesundheitsschädlich.

2. Finden sich aber neben den chemischen Anzeichen der Fänlniss auch die verschiedenstenPilzfäden, Zoogloeen von Bakterien, Infusorien und Badiolarien aller Art, oder gar körperliche Ver-unreinigungen, welche durch ihre Herkunft bedenklich sind, wie Abfallstoffc aus der Küche, demHaushalt, Reste von Koth u. dergl., so kann ein solches Wasser in besonderen Fällen direkt gesund-heitsschädlich werden und ist dann die Beanstandung hiermit zu begründen.