Branntweine und Liköre.
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zurückzulegen und wird von dem durch Prellkapseln aufsteigenden Dampf vollständigdurchgekocht. Die Dämpfe reichern sich selbstverständlich nach oben hin immermehr mit Alkohol an und liefern daher diese Art Apparate gleich einen Spiritus von70—95% Alkohol.
Die bei der Spiritus-Fabrikation verbleibenden Bückstände bilden die „Schlempe", welchesowohl im natürlichen, wie auch im künstlich getrockneten Zustande als Futtermittel (vorwiegend fürMastvieh) dient. Diese Schlempen haben z. B. folgende Zusammensetzung:
Bezeichnung
3
In der natürlichen Substanz
In der Trocken-substanz
Nn
u
CDm
C/l
(5
Protein
PN
vi -
a
o
Protein
toi i .^
Eoh-
Rein-
Roh- | Bein-
%■ i 7o
7o
%
%
0
°/o
/o 1 0
%
1
Eoggen-Schlempe, frisch . .
20
92,20
1,96
1,36
0,45
4,56
0,66
0,41
25,13
17,43
58,46
desgl. getrocknet .
23
10,60
23,10
19,67
6,10
42.70
10,20
7,30
25,84
22,00
47,76
2
Mais-Schlempe, frisch .
8
91,32
1,98 1,61
0,93
4,48
0,83
0,46
22,81
18,55
51,61
desgl. getrocknet
5
9,40
23,21
21,29
8,6345,03; 9.31
4,42
25,62
23,49
49,70
3
Mais-Schlempekuchen
6
6,16
39,02
37,27
11,31 26,75 10,64
6,12
41,58
39,71
28,51
4
Kartoffel-Schlempe, frisch
33
94,30
1,15
0,80
0,10 3,13] 0,65
0,67
20,28,14,03
54,91
desgl. getrocknet
3
12,63
20,78
15,30
2,92
40,78
8,11
14,78
23,79|l7,51
46,67
Die Zusammensetzung dieser Abfallstoffe ist je nach dem Maisch- und G ährverfahren sehrverschieden. M. Märcker hat in seinem „Handbuch der Spiritus-Fabrikation" ein Verfahren an-gegeben, wie man bei der Kartoffel-Schlempe je nach der Art der Einmaischung etc. die Zusammen-setzung der Schlempe berechnen und die Rechnung mit unzulässigen Mittelzahlen umgehen kann.
Ausser der Schlempe wird bei der Spiritus-Fabrikation noch Hefe als Kebenerzeugniss gewonnen;über deren Zusammensetzung vergl. S. 858.
3. Reinigung des Rohspiritus (die Rektifikation).Durch gährkräftige, besonders Reinzuchthefen entstehen nur verhältnissmässiggeringe Mengen von Nebenerzeugnissen; auch kräftig und gut ernährte Hefen liefernreineren Aethylalkohol, als schwach ernährte, alternde und absterbende Hefen. Ganz aberlassen sich die Nebenerzeugnisse bei der Gährung und Destillation nicht umgehen.Von dem Acetaldehj'd nimmt man (Ilges) an, dass er erst bei der Destillationdurch Luftzutritt zur Maische entsteht. Der Amylalhohol, das Fuselöl tritt erstbei der Nachgährung auf und wird vielleicht durch die absterbende Hefe, möglicher-weise aber auch durch Bakterien erzeugt, wie dieses von gewissen Bestandtheilen desNachlaufs, z. B. dem normalen Butyl- und fsobutylalkobol mit Bestimmtheit — näm-lich durch Bakterien des Genus „Amylobakter" entstehend — angenommen wird.Die in dem Rohspiritus möglicherweise vorkommenden vielen Nebenbestandtheilohaben folgende Siedepunkte:Acet- Essig- Butter-
aldehyd säure- säure-
21'
Aethyläther74° 112°
Acetal
Aethyl-
Propyl-
Isopropyl-, Butyl-,
Isobutyl-
Isoamyl-
Amyl-
104°
78°
97°
Alkohol85° 115°
108,5°
120°
132°
Fur-furol161°
a) Zur Trennung dieser verschiedenen Bestandteile bedient man sich der fraktio-nirten Destillation, die behufs vollständiger Trennung mehrmals wiederholt werdenmuss. Diese wiederholte Destillation erreicht man in der Praxis durch Verdichtungder Dämpfe in den Kolonnen und Kondensatoren der Rektificirvorrichtung.