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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Branntweine und Liköre.

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Vereinzelt kommt auch bei uns Rhab arberwein im Handel vor, der nachR. Otto (Bd. I, S. 1405) im Mittel von 2 selbst hergestellten Proben in 100 ccmenthielt:

5,51 g Alkohol, 2,41 g Extrakt, 0,65 g Aepfelsänre, 0,55 g GJycerin, 0,40 g Mineralstoffe.

Es ist aber Vorsicht bei der Bereitung nothwendig, da der natürliche Rhabarber-wein leicht freie lösliche Oxalsäure enthält, die giftig ist. Man kann das Auftretenvon freier Oxalsäure in diesem Wein nach R. Otto unschwer vollständig vermeiden,wenn man dem Saft vor der Gährung gefälltes Calciurakarbonat zusetzt.

Branntweine und Liköre.

Die Herstellung von Spiritus hat in den letzten 20 Jahren erheblich zu-genommen; so wurden in Deutschland allein für technische Zwecke an Spiritus ge-braucht:

1887/88 1890/00 1900/01

39 Mill. 105 Mill. 116 Mill. Liter.

In Folge der Einführung der Spiritussteuer sowie der Herstellung eines gutenund billigen Bieres, hat der Verzehr von Branntwein etwas nachgelassen; auch dieMässigkeitsvereine fangen an, nach dieser Richtung günstig zu wirken: indess über-trifft Deutschland hierin noch immer andere Staaten; so beträgt der Verbrauch anBranntwein für den Kopf und das Jahr zur Zeit:

Deutschland England Vereinigte Staaten Nordamerikas

5,7 1 2,4 1 3,0 1.

Wie in Bayern die Arbeiter, die 16°/ 0 ihres Verdienstes für Bier ausgeben, nochfür massig gelten, so werden nach Delbrück 1 ) in Bremen dortige Arbeiter, die 20%ihres Verdienstes für Branntwein opfern, für noch nicht für besonders unmässig ge-halten. Durchweg ist der Alkoholgenuss in den nördlichen Gegenden grösser als inden südlichen. Ueber die schädlichen Wirkungen desselben vergl. S. 339 u. ff.

Zur Darstellung von Branntweinen im weitesten Sinne werden die verschiedenstenRohstoffe verwendet, nämlich:

a) Alkoholhaltige Flüssigkeiten, wie Trauben- und Obstwein. Aus demTraubenwein gewinnt man auf diese Weise den Kognak; aus dem in den Wein-trestern und im Weingeläger verbleibenden Alkohol wird durch einfache Destillationder Tresterbrauntwein und Drusenbranntwein dargestellt.

b) Zuckerhaltige Rohstoffe, wie Zuckerrübe, süsse Früchte (Kirschen undPflaumen), ferner die bei der Rübenzucker-Fabrikation und bei der aus Zuckerrohrgewonnenen Melasse.

c) Stärkemehlhaltige Rohstoffe, wie Kartoffeln, Roggen, Gerste, Mais, Reis,seltener andere stärkemehlhaltige Rohstoffe, wie Rosskastanien, Buchweizen.

I. Verzuckerung der Rohstoffe und Ueberführung des Zuckers in Alkohol.

Während die unter a aufgeführten Rohstoffe für die Branntwein-Fabrikation nur«iner einfachen Destillation, die unter b aufgeführten zuckerhaltigen Stoffe iiur einesZusatzes von Hefe bedürfen, muss die Stärke in den letzten Rohstoffen (c) wie

') Delbrück. Hygiene dos Alkoholisrous (Weyl's Handbuch d. Hygiene) 1901, 53.