Druckschrift 
Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
Entstehung
Seite
1132
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Die pflanzlichen Nahnmgs- and Oenassmittel.

Dies« Zahlen sind besonders-für die Asche der Blätter «.rossen Schwankungen unterworfen, dienach E,; I. S. 1051 bald vom Boden, bald von den einzelnen Sorten, bald von Jahrgängen bedingtsind;, so .schwankt der Gehalt an Kali zwischen 18,5939,89%, Natron zwischen 1,12 8,59%,Kalk zwischen 27,10-50,19%, Eisenoxyd zwischen 1,3313,11%, Phosphorsäure zwischen 1.24bis 10,42%, Schwefelsäure zwischen 2,789,80%, Kieselsäure zwischen 0,8518,39%, Chlorzwischen i,M8,80%. Wesentlich verschieden von obigen Zahlen verhalten sich die für Aschegriechischer j<:.!>ake (Bd. I, S. 1045 und 1046), indem rie im Verhältnis« zum Kali bedeutend mehrKalk und Natron enthalten, als es in obigen Zahlen zum Ausdruck gelangt.

7. Die Verarbeitung des fermentirten Tabaks. Mit der Fermentationist die Vorbereitung zur Herstellung der einzelnen Tabakfabrikate noch nicht be-endet: hierfür sind noch verschiedene besondere Massnahmen erforderlich.

a) Rauchtabake. Für diese wird der ferroentirte Tabak zum Theil bloss an-gefeuchtet, entrippt und entsprechend zerschnitte]:, gerollt und geformt. Uebermässigschwere Tabake, wie Kentucky- und Virginia-Tabak, werden mit Wasser schwachausgelaugt und zur Erhöhung der Brennbarkeit mit einer Lösung von Kaliumsalzen(kohlensaurem, essigsaurem und salpetersaurem Kalium) durchtränkt. J. Nesslerempfiehlt überhaupt, schlecht brennende Tabake in eine verdünnte (0,51,0 °/ 0 -ige)Lösung von Kaliumkarbonat zu tauchen uud zwar dünnere Blätter nur einen Augen-blick, dicke Blätter '/ 4 i Stunde. Auch werden die ausgelaugten Blätter, wodurchdie Saucen für die Kau- und Schnupftabake gewonnen werden, mit anderweitigenSaucen l ) versetzt und einer zweiten Gährung unterworfen.

Die zum zweiten Male vergohrenen oder auch ursprünglichen Blätter von ver-schiedener Mischung werden vorher auch gedarrt, d. h. einer kurzen, aber verhältnis-mäßig starken Erhitzung ausgesetzt, wodurch grosse Mengen Nikotin zei stört oderverflüchtigt werden. E,. Kissling fand z. B. Nikotin:

Bohtabake (27 Sorten) Rauchtabake (8 Sorten)

0,684,78%, Mittel 2.20% 0,441,32%, Mittel 0,75%.

b) Cigarren. Bei den Cigarren unterscheidet man Einlage, Umblatt undDeckblatt; man verwendet meistens das fermentirte und .ibgelagerte Tabakblattdirekt, und zwar uie dachgepressten Bippen als Einlage, die Längsstreifen des nichtentrippten Blattes als Umblatt und die entrippte Blattfläche als Deckblatt. Zuletzter«..« wählt man die grössten, festesten Blätter durchweg von besseren Tabakenaus, während ;iis Einlage und Umblatt eine geringere Sorte Tabak dient.

Bei den Havannä-Cigarren unterscheidet man zwischen echt Lmportirten oderHavanna-Imporf and Havanna-Imitation. Erstere Cigarren werden in Havannaselbst hergestellt uud gleich in Kisten verpackt, in Folge dessen keine wesentlicheFernoentatio] eintritt und die Extraktivstoffe wesentlich in der Cigarre verbleiben.Wenn dagegen die Havanna-Blätter in Ballen (Seronen) aus Bananenblättern zu

') Für die Herstellung solcher Saucen lauten z.B. unter zahlreichen anderen folgende x\>ei Vor-schriften :

Bester Ha1b ka naster:50 Tille ausgelaugter Ungartabak,50 ,, leichte virginische Blätter.

Sauce auf 100 kg Blätter:130 g feiner Zimmt, 32 g guter Thee,130 Kardamon ohne ! 260 Salpeter,Hülse, 520 ., Zucker,

75 Vanille, ' 12 1 schlecht. Süss« ein.

P o r t o r i e o50 'i'hle. leichte, ausgelaugte Debroer Blätter,50 FfiTzer odei Uckermark. Blätter.

Sauce auf 100 kg Blätter:

130 g Storax, 130 g Cibeheu,

260 ., Branntwein, 100 Honig,

130 Zimmt, J 130 Salpeter,

75 Casearille, 12 kg Bosenwasser.