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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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186 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung.

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einzelnen Stärke arten verschieden schnell lösend bezw. zuckerbildend, jedoch sindbestimmte und übereinstimmende Beziehungen bis jetzt noch nicht gefunden.

Nach J. Munk, Kühne und Hüfner soll der Speichel des Menschen auch einfibrinverdauendes, peptonbildendes Enzym besitzen, während derselbe nachSticker auch die Fähigkeit haben soll, aus dem schwefelhaltigen Oele von Rettig,Radieschen und Zwiebeln Schwefelwasserstoff abzuspalten.

Im Uebrigen äussert sich die Wirkung des Speichels bei der Verdauungin folgender Weise:

a. er durchfeuchtet die Nahrungsbissen, macht sie schlüpfrig und bewirkt aufdiese Weise ein besseres Hinabgleiten in den Magen;

b. er fügt der Nahrung eine grössere Menge Wasser hinzu und wirkt lösendauf die Nährstoffe; er stellt gleichsam einen wässerigen Auszug derselbenher, weicher von dem Magensaft leichter verarbeitet werden kann und auf-nahmefähiger wird;

c. in Folge der schaumigen Beschaffenheit des Speichels und der kauendenBewegung wird den Nahrungsbissen atmosphärische Luft beigemengt, welchevon Einfluss auf manche Zersetzungen und Umbildungen im Magen undDarm ist;

d. die vortheilhafteste Wirkung des Speichels beruht endlich auf einerchemischen Umsetzung, vorwiegend der Zuckerbildung aus Stärke.

In wie weit aber letztere Wirkung beim Hinabgleiten des Bissens in den Magenzur Geltung kommt, hängt ab von der Geschwindigkeit, mit welcher der saureMagensaft in die verschluckten Speisen hineindringt und sich mit ihnen vermischt,sowie von dem Mengenverhältniss des Magensaftes und der Speisen im Magen.

2. Die Verdauung hn Magen und der Magensaft. Die durchKauen und Einspeichelung im Munde zur Verdauung vorbereiteten Speisen verfallenim Magen der Einwirkung des Magensaftes. Letzterer wird von 2 Drüsenarten ge-liefert, nämlich von: 1. den Pylorus- oder Schleimdrüsen, welch; die Pylorusstelleneinnehmen und cylindrieche, am Grunde zum Theil etwas verzweigte, mit cylindrisehenZellen ausgekleidete Schläuche bilden (vergl. Fig. 3); 2. den Fundus-, Lab- der Pep-sindrüsen im grösseren, röthiiehen Theil der Schleimhaut, den vorigen ahnlich gestaltet,nur mit 2 Zellenarten versehen, nämlich a. Haupt- oder adelo morphen Zellen,in allen Theilen der Drüsen und im Drüsenhals ausschliesslich vorhanden, cylindrisoh,den Zellen der Pylorusdrüse;i ähnlich, b. Beleg- oder delo morphen Zellen.früher auch Lab- oder Pepsinzellen genannt, rundlich, im Drüsenkörper wand-ständig, hinter den Hauptzellen liegend, aber keine zusammenhängende Schicht bildend.

Durch das Cylinderepithel der Pylorusdrüsen wird Schleim von alkalischerReaktion abgesondert, jedoch scheinen auch diese Drüsen die beiden Zymogene(Enzyme), Pepsin und Lab, zu enthalten.

Vorwiegend aber werden die beiden Enzyme von den Fundusdrüsen geliefert.Die Zellen dieser Drüsen bestehen aus einem eiweissreichen Protoplasma, die Kerneaus Nuklein; ausserdem sind darin enthalten Fett, Chlolesterin und Salze.

Die genannten Drüsen sondern nicht fortgesetzt Magensaft ab; die Absonderungruht bei leerem Magen entweder ganz oder ist doch nur gering.

Nach Pawlow wirken auf die Absonderung vorwiegend zwei Umstände, nämlichein Umstand psychischer Art: das leidenschaftliche Verlangen nach Speisen und