.,43»"
184 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgab? für die Ernährung.
Durch den Reiz dieser Nerven kommt die Speichelabsonderung zu Stande. Siekann durch psychische Einflüsse und durch Reizung der Drüsennerven, sei es direktv.. B. bei Thieren oder reflektorisch durch chemische Hiilfsmittel (Sauren, Zucker, Ge-würze) oder mechanische Reizung der Mundschleimhaut (Kauen) unterstützt werden.Die Speicheldrüseusubstanz besteht rund aus etwa 80 °/o Wasser, 19,5 °/oorganischen und 0,5 % unorganischen Stoffen; unter den organischen Stoffen derDrüsen hat mau gefunden: Albumin und Mucin, Nukleo-proteide, Nuklein. Enzyme und Zymogene, Leucin, Xanthin-körper und Extraktivstoffe.
Die Absonderungen der 3 Drüsen sind der Beschaffen-heit wie Menge nach ein wenig verschieden, auch schwankendieselben bei einer und derselben Drüse in gewissemGrade.
Die Menge des von den Drüsen durch den Reizwährend des Kauens abgesonderten Speichel-Sekretes ist einesehr bedeutende, sie übertrifft das Gewicht der Drüsen umdas 8—14-fache. So fand Tuczek 1 ) das Gewicht derRpeicheldrüseu heim erwachsenen Menschen zu 66 g; währenddes Essens werden täglich etwa 30—58 Minuten zum Kauenverwendet und beträgt die während 1 Stunde abgesonderteSpeichelmenge für 100 g Drüse im Mittel etwa 1300 g, alsofür das Gesammtgewicht von 66 g Drüsen etwa 700—800 gSpeichel mit 4,5 — 5,0 g festen Stoffen. Beim Pferd ver-mögen 100 g Drüse in 1 Stund« 1422 g, beim Rind 801 gSpeichel zu liefern, also annähernd gleiche Mengen.
Die während des Kauens abgesonderte Menge Speichelrichtet sich wesentlich nach der Art der Nahrungsmittel;sie schwankte nach Tuczek's Untersuchungen für 100 gwasserfrei gedachter Nahrungsmittel zwischen 64,4 g (für inder Schale gekochte Kartoffeln) bis 504,3 g Speichel (fürein sehr hartes und trockenes .-üsses Gebäck). Die Mengelässt sich nicht genau bestimmen; Bidder und Schmidtberechneten sie zwischen 1000 — 2000 g im Tage für denErwachsenen; im Durchschnitt dürfte sie für diesen täglichzwischen 1400— 1500 g liegen.Der Speichel enthält nur wenig feste Bestandtheile, nämlich 0,5—1,2 0 /„; sein spec.Gew. schwankt zwischen 1,002—1,010; er ist eine farblose, schwach fadenziehende leichtschäumeude Flüssigkeit, die von Epithel-, Schleim- und Speichelkörperchen getrübt ist,und sich an der Luft mit einer aus Calciumkarbonat mit etwas organischer Substanzbestehenden Haut überzieht. Die Reaktion ist regelmässig alkalisch (nach Chittendenund Ely 0,08 °/ 0 Na 2 COj entsprechend), schwankt jedoch und kann unter Umständen(nach Sticker einige Stunden nach den Mahlzeiten) auch schwach sauer sein.
Die proceutige Zusammensetzung des Speichels ist im Mittel von 6 Analysenfolgende:
Fig. l.
A ein Stückehen Parotis vomHunde, durch Salpetersäureund chlorsaures Kali aufge-hellt, so das-i die Drüsen-bläschen nebst Ausführungs-gangen sichtbar sindE Durchschnitt einet, Spei-chelganges, mit Cylinder-
epitfie] ausgekleidet.
(nach L. Landois)
l ) Zeitschr. f. Biologie 1876, 12, 234.