Fäulniss-Erzeugnisse.
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Ferner wurden bei der Fäulniss noch als Basen nachgewiesen:
Gadenin C 7 H 18 NO a bei der Fäulniss verschiedener Fische und in Leichen.
Mydiu OgHjjNO in Leichen und bei der Einwirkung von Typhusbaoillenauf peptonisirtes Bluteiweiss; das Pikrat desselben C 6 H a NO • C 6 H 3 (N0 2 ) 3 0 bildetbreite Prismen.
Mydatoxin G 6 H l3 NO a in Leichen und faulendem Pferdefleisch; die Baseist stark alkalisch und giftig; das Platinsalz (C 5 H 13 N0 2 -HC1) 2 -PtCL. hat 193°Schmelzpunkt.
Mytilotoxin C g H 15 N0 2 in den giftigen Miesmuscheln (Mytilus edulis); sehrstark giftig, das Goldsalz C 6 H 15 N0 2 • HCl-AuCI 3 bildet mikroskopische Würfel von182» Schmelzpunkt.
Eine andere Verbindung C 7 H n N0 2 fand sich in 4 Monate altem, faulem Pferde-fleisch; sie reagirte schwach sauer, war giftig: das in Wasser schwer lösliche GoldsalzÜ 7H 16 N0 2 -HCl-Auü! :: krystatlisirt in Nadeln oder Blättchen von 176" Schmelzpunkt.
A. B. Griffiths 1 ) fand in fauligen Sardinen die giftige, alkalisch reagirende*>ase CjjHjjNOg, die er Sardinin nennt, und welches mit Salzsäure ein krystalliai-sches Chlorhydrat und auch mit Platin- und Goldchlorid krystallinische Doppelsalzebildet.
Das Mydalein (fivduXtog — faul) fand sich in gefaulten menschlichen Lebernuim Milzen nach 3-wöohentlicher starker Fäulniss; die chemische Konstitution des-selben konnte noch nicht ermittelt werden; schon 5 mg des salzsauren Mydaleinstodteten eine Katze in wenigen Stunden.
In gefaultem Pferdefleisch fand Brieger auch das Me th y lg uani di n
*.NH)-< 2 welches wahrscheinlich aus dem Kroatin des Fleisches stammt
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und von dem 2 mg ein Meerschweinchen schon nach 20 Minuten todteten.
A. Hilger und Taraba 2 ) theilen bezüglich des Wurstgiftes mit, dass siea us dem Magen und Darminhalt von 6 an Wurstgift verstorbenen Personen und zwaraus jeder der 6 Leichen einen Körper von zähflüssiger Konsistenz und intensivemGeruch gewannen, welcher in hohem Grade giftige, nämlich dem Curare ähnliche Wir-kungen besass, d. h. Lähmung der Endigungen der muskelbewegenden Nerven undgleichzeitig Betäubung des Grosshirns bewirkte.
Jamba hat dann weiter aus Leberwürsten, die mehr oder weniger lange an der■kuft aufbewahrt waren — bei frischen nur in geringer Menge —, denselben Körper,"• h. von derselben Curare-ähnlicher! Wirkung dargestellt. Aus Pferdefleisch und■Lebern, welche 3 Monate der freiwilligen Zersetzung überlassen waren, gewannJ-amba 3 basische Körper von öliger Beschaffenheit; eine der 3 Basen roch nikotin-ar "g; alle drei zeigten Curare-Wirkung.
C. Vaugkan 3 ) gelang es aus giftigem Käse, durch dessen Genuss etwa 300"ertönen erkrankt waren, durch Ausziehen mit Alkohol und Verdampfen des letzterenDe i niedrigor Temperatur nadeiförmige Krvstalie darzustellen, welche auf derLungenspitze eine scharfe, brennende Empfindung, Trockenheit und Konstriktion im
) Chem. News IHH.t. 68. 45.
") Tagebl. d. 59. Vors. deutscher Naturf: u. Vcvate 1886, 204.') Zeitschr f. physiol. Chem. iS86, 10 146 u. Chem. CentrH. 1886, 405