Protei'nstoffe.
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Proteinstoffen nahestehenden Albuminoide, Nuklei'ne und Protamine, Anudoverbin-dungen, basische stickstoffhaltige Körper bis ninab zu Ammoniak und in den pflanz-lichen Nahrungsmitteln auch etwas Salpetersaure.
Für das pflanzliche wie thierische Leben sind diese Bestandtheile ohne Zweifel"W wichtigsten. Denn vom Protaplasma der Pflanzenzellen bis hinauf zu den hoch-wganisirten Muskeln und dem Gehirn ist die Lebensthätigkeit wesentlich an diesestickstoffhaltigen Verbindungen oder deren Spaltungserzeugnisse und Abkömmlingegebunden.
Während aber die Pflanze die höchsten Stickstoff -Verbindungen, die Protei'n-stoffe aus den niederen unorganischen Stickstoff-Verbindungen, ja sogar ausdem freien Stickstoff der Luft aufzubauen vermag, kann der thierische Körperseine Organe und Gewebstheile nur aus den eigentlichen Proteinstoffen bilden, undködere Stiokstoffverbindungen nur insofern verwerthen, als sie die für ihn wichtigeren■Protei'nstoffe vor Zerfall schützen.
Die Proteinstoffe und die sonstigen Stickstoffverbindungen zerfallen im thierischen■Körper im wesentlicher, zu Harnstoff; die neben diesem beim Fleischfresser aus-geschiedene Menge Harnsäure — beim Pflanzenfresser Hippursäure — und einigersonstiger Stickstoffverbindungen ist nur gering.
Die Grösse des täglichen Protein Verbrauches für den erwachsenen Menschenschwankt im allgemeinen zwischen 100 —150 g (= 16—24 g Stickstoff) und müssenuiese in der täglichen Nahrung wieder zugeführt werden, wenn der Körper auf seinemBestände verbleiben soll. Wird unter Beigabe von Fett und Kohlenhydraten mehrZu geführt, als dem Umsatz entspricht, so erfolgt Stoffansatz oder Wachsthum der0f gane und Gewebe.
Der Ersatz an Protei'nstoffen kann durch Aufnahme sowohl von thierischen alsa Uch pflanzlichen Nahrungsmitteln geleistet werden; denn auch die letzteren enthaltenme nr oder weniger Proteinstoffe, die für den Körper des Herbivoren (Pflanzenfressers)n d Omnivoren dieselben oder doch ähnliche Dienste leisten, wie die Proteinstoffe ineu thierischen Nahrungsmitteln. Der Pflanzenfresser nicht nur baut aus pflanzlichen•"oteinstoffen thierische Organe und Gewebe auf, auch der Mensch als Omnivoreerniag sein Leben durch fast ausschliesslichen Genuss von pflanzlichen Nahrungs-mitteln zu fristen.
Der Geh alt der Nahrungsmittel an Proteinstoffen ist sehr verschieden; das Fleisch
dei ' verschiedenen Thiere enthält 15-23%, Milch 3—4%, Käse 27—32°/ 0 ; unter
eii pflanzlichen Nahrungsmitteln sind die Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen)
a,a proteinreichsten, sie enthalten 23—27 °/ 0 Prote'instoffe, die Mehlsorten 8—11%,
rot 6—9 °/ 01 Wurzelgewächse und Gemüse 1—4 IJ / 0 u. s. w.
A. Die Prote'instoffe und deren Abkömmlinge.
Unter „Proteinstoffe" versteht man sehr verwickelt zusammengesetzte organische
Verbindungen, welche aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und durch-
* e g auch Schwefel — einige enthalten auch Phosphor, Eisen, Kupfer, Chlor und
rom — bestehen und welche 1 ) bei der Spaltung durch Säuren (Alkali
Ue r Fermente) als Enderzeugnisse Ammoniak, stickstoffhaltige orga-
') Vergl. A. Wr6blewski: Berichte d deutschen ehem. Gesellschaft 1897, 30, 3045.