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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Einleitung

auch unter Anderem, dass der erwachsene Mensch, so sehr auch alle Verhältnisse schwanken,im Durchschnitt täglich eine gewisse und ziemlich "beständige Menge Nährstoffe, nämlichrund etwa 120 g Protei'nstoffe, 60 g Fett und 500 g Kohlenhydrate zu sich nimmt und dieseMenge als das Mindestmass der täglich für den Erwachsenen bei mittlerer Arbeit noth-wendigen Nährstoffe angesehen werden kann.

Nachdem so der rothe Faden in der vielseitigen Ernährung des Menschen gefundenworden war, ist nicht nur diese sondern auch das umfangreiche Gebiet der einzelnen Uahrungs-und Genussmittel Gegenstand fleissigster Forschung geworden; ja man kann wohl sagen,dass in den letzten 20 Jahren des vergangenen Jahrhunderts neben der allgemeinen Hygieneund Elektricität in Deutschland wohl kein Gebiet eine solche fleissige Bearbeitung gefundenhat, als das der menschlichen Nahrungs- und Genussmittel.

Auch seitens der Verwaltungsbehörden findet das Gebiet eine stets wachsende Beach-tung, insofern, als einerseits Gesetze zur Verhütung von Verfälschungen und Verunreinigungenerlassen, andererseits in den Untersuchungsämtern Einrichtungen geschaffen werden, welchendie Durchführung und Handhabung dieser Gesetze obliegt.

Und in der That verdient dieses lauge vernachlässigte Gebiet der menschlichen Er-nährung wie nicht minder der Nahrungs- und Genussmittel solche fürsorgliche Pflege,und /.war:

1. Wegen der hohen Bedeutung der Nahrung zur Erhaltung eines kräftigenMenschengeschlechtes. So wird darauf hingewiesen, dass nach einer Statistik von den aus-hebungspflichtigen jungen Mannschaften in den letzten Jahren bei der ländlichen Bevölkerung '/ mhei der städtischen Bevölkerung mit wenig Industrie */i und mit viel Industrie nur 3 / 10 waffen-tüchtig befunden worden sind. Die Städte mit weniger als 100000 Einwohnern stellen auf 1000Kopf der Bevölkerung jährlich etwa 3,8, das platte Land dagegen 9,8 waffentüchtigeManne)-. Wenn nun auch diese Statistik von industriefreundlicher Seite als nicht richtighingestellt und nachzuweisen versucht wird, dass die männliche Industriebevölkerungmindestens, ebenso waffentüchtig ist, als die ländliche Bevölkerung, so wird dabei über-sehen, dass sich die Industriearbeiter bis jetzt noch vorwiegend aus der ländlichen Bevölkerungergänzen und dass man nur die vielfach blassen Gesichter und schwächlichen Gestalten derIndustrie- und Stadtbevölkerung gegenüber den rothwaugigen kräftigen Jungen vom Landeanzusehen braucht, um die körperlichen Vortheile der letzteren würdigen zu lernen. Dasist zwar zum guten Theil auch anf die gute, gesunde Luft auf dem Lande, sowie auf diebehaglichere Kühe des Landlebens mit zurückzuführen, aber der Landbewohner nimmt, wennauch nicht besser und schmackhafter zubereitet, so doch in erster Linie eine der Menge nachreichlichere und in Folge des Gehaltes an Milch und Molkereierzeugnissen auch eine richtigzusammengesetzte Nahrung zu sich und die beständige Bewegung desselben in frischer Luftsorgt für eine gute Ausnutzung der Nahrung.

Diese Verhältnisse verdienen aber um so mehr Beachtung, als die Stadt- und Industrie-bevölkerung immer mehr zu-, die Landbevölkerung immer mehr abnimmt; so betrug in denJahren 18851890 die Zunahme der Bevölkerung:

in Städten mit über 100 000 Einwohnern 17,3%,, ,, von 20000100000 , ,, 500020000 ,

,, ,. 20005000 ,

Während in Orten mit weniger als 2000 Einwohnern dienominell hatte.

Die Landbevölkerung machte im Jahre 1875 65 %. im Jahre 1890 nur mehr 60 %Gesammtbevölkerung aus.

2. Will man aber auch hiervon ganz absehen, so ist doch die Bedeutung einer rich-tigen und genügenden Ernährung für den arbeitenden Menschen nicht zu verkennen.Denn eine Keihe von Untersuchungen hat ergeben, dass die Leistungsfähigkeit eines

15,211,1

6,1,Bevölkerung um 3 % abge-

der