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1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
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WÜI1N0ERTER etc. DER FLECHTEN.

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bensäther jener Höhen jegliche Naturdurchdränge! So bezeichnen sie an derLinie des ewigen Schnees, ja noch drü-ber hinaus, die Grenze, bis zu welchersich die Vegetation erheben könne, in-dem sie selbst eine eigene Region bilden,die man nach ihnen benannte und nichtleicht andern Gewächsen den Aufenthalt ge-stattet. So fand Saussure die Lecidca sul--pnurea in den höchsten Alpenregionen deralten Welt (14400 F. Höhe auf dem Mont-blanc), indefs v. Humboldt die Lecideapustulata u. atroviridis auf den Anden als dieletzten vegetabilischen Organismen begrüfste,woselbst sie sich bis zu einer Höhe von17100 F. erhoben. Grofs ist auch ihre Aus-dehnung über den ganzen Erdboden in hori-zontaler Richtung, indem es ihnen selbst beigeringerer Artenanzahl, weder die zunächstverwandten Algen und Pilze, noch auchselbst die edleren Phanerogamen in dieserHinsicht gleich thun. Wegen ihres ein-lachen Baues und der ähnlichen äufserenLebensbedingungen, die unter sehr verschie-denen Himmelsstrichen gleich seyn können,finden wir dieselben Arten nicht selten anden entlegensten Oertern und Ländern derErde, indem es nicht sowohl auf den Breiten-grad, als auf die Höhe der Berge ankommt.Hier ist ihre Erscheinung so charakteristisch,dafs einige sogar fast die Gebirgsarten, oder

doch die alpinische P, P )jir.r, j

r Legion andeuten, wie

diefs die G y r o p h o r e n thun.

So wie aber eine Gegend durch die Höheihrer Gebirge die mannichfachsten Erschei-nungen und den gröfsten Reichthum in denLichenen offenbaren kann, indem die Ebenennur wenig Arten und Formverschiedenheitenzeigen: also treten dieselben Verhältnissewieder ein, wenn wir in Hinsicht der für

1. Band. 4. Heft.

sie gedeihlichsten Lebensbedingungen dieeinzelnen ErdsLriche durchmustern. ImGanzen sind die Polarländer mit der alpini-schen Region der Gebirge zu vergleichen,indefs die südlichen den Niederungen ent-sprechen. Aus diesem Grunde findet sichauch die üppigste Lichenenvegetation in denNordländern , wo insonderheit krustenartigeund baumartige vorwalten, indefs in densüdlicheren Climaten weniger, vorzüglichjedoch die laubartigen ihr Gedeihen finden.Bei diesen wird dann eine so hohe Ausarbei-tung und Vollkommenheit des Thallus wahr-es

genommen, dafs sich diefs schon durch dieerhöhtere Färbung kund thut. Letztere er-streckt sich bis auf die Medullarschicht,welche häufig hochgelb und hochroth er-scheint, indefs diese Farben, wenn sie auchan den nordischen Flechten getroffen werden,doch nur einzeln vorkommen und mehr aufder äufsern Piindenschicht des Thallus oderan den Apothekien bemerkbar sind. So-gar die Gröfse und der Umfang dieser Or-gane ist beträchtlicher, als bei Lichenenanderer Zonen. Ueberdiefs kommen jenenbeiden besonders unter den Rindenflechtenganz eigenthümliche Formen zu, indem sichaus dem primären Thallus ein seeundärer,zweiter (stronia) bildet, worin sich die ein-zelnen Früchte auf eigene Weise ansammeln,wie solches bei den Geschlechtern Trypetlie-liwn, Glyphis u. s. w. der Fall ist.

Dafs mehrere Arten nur auf dieser oderjener Rinde, diesem oder jenem Gestein (be-sonders auf Sand und Kalk) sich ausschliefs-lich ansiedeln, haben wir schon erwähnt,und es war diefs ein wichtiger Umstand, derzu Wechselschlüssen berechtigte. Es scheintvorzüglich der Grund hiervon in der gegen-seitigen Verwandtschaft der Flechten mit

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