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1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
Entstehung
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Ein 1 e i t u n g.

i.

J_-/ic Natur »Erzeugnisse, welche zur Erhaltung,noch mehr aber zur Wiederherstellung des abnormgewordenen Gcsundheits - Zustandes unsers Korpersdianen, werden im Allgemeinen Heilmittel, Arz-neimittel (medicamenta) genannt.

II.Ihrer Beschaffenheit und Gewinnung nach zer-fallen die Arzneimittel in zwei Gassen: in zube-reitete, oder pharmaceutisch- chemischePräparate (medicamentapraeparala) und in ein-fache oder rohe, Drogucn (medicamenta, cruda).

III.Der Unterricht über die rechte Art der Darstel-lung der zubereiteten Arzneimittel gehört für diepharmaccu tische Chemie; den Unterrichtaber über die einfachen Arzneimittel, insonderheitin sofern dieselben eigentlich nur Gegenstand desHandels sind, erthcilt die A rz n ei vvaar enkundeoder p h a r m a c c u t i s c h e W aar enkunde (wa-teria pharmaceutica, pharmacognosia).

IV.Dem Apotheker, als einem, und mit Recht, vomStaate unter besondere Aufsicht gestellten Fabri-canten, mufs vor allen Dingen, um seiner Pflichtzu geniigen, und sich vor Schaden zu sichern, dar-an liegen, die einfachen Arzneimittel in der Quali-täten besitzen, in welcher man die ihnen beigelegteHeilkraft erwarten kann; sie müssen von der gehöri-gen Güte, unverdorben, echt und unverfälscht .seyn.

V.Die hierzu nothwendigen Kenntnisse dem Apothe-ker darzubieten, ist das erste Geschäft der pharm a-cculischcn Waarenkundc. Sie giebt die Kennzeichenan, wodureb sich eine Apotheker-Waare nicht nurüberhaupt von andern auszeichnet, sondern auch,und mit grofscr Genauigkeit diejenigen, woran mandas Echte vom Unechten und Verfälschten, das Gu-te vom "Verdorbenen , das am rechten Ort Erzeugtevon dem am unrechten Orte hervorgebrachten er-kennen kann.

VI.Die hierbei zu beachtenden Kennzeichen undMerkmale sind aber von verschiedener Art: über-haupt Iheils äufsere, für das Gesicht, den Geschmack,

den Geruch und das Gefühl, theils innere, nach dendurch die chcmifchc Zerlegung erhaltenen Bestand-

theilen.

VII.Unter den aufsern Merkmalen sind insondci'heitdiejenigen von Erheblichkeit, welche uns mittelst desGesichtssinnes gegeben werden: die Gestalt über-haupt, die Farben mit ihren Abwechselungen, dergröfserc oder geringere Glanz, die Art des organi-schen Gebildes, die Structur der Fasern u. dergl. m.Sie sind aber darum vor den andern erheblich, weilsie nicht blofs eine Beschreibung mit Worten, son-dern auch, zur nähern Erläuterung dieser Beschrei-bung, eine bildliche Darstellung gestatten, währendman bei den andern nicht selten die Sprache zu armfindet, um damit zu bezeichnen, was man damit zubezeichnen hat und bezeichnen will.

VIII.

Die Untersuchungen über die innern Bestandtei-le haben zwar nicht immer einerlei Resultate gegeben,und es könnte daher scheinen, als ob ihnen dadurchdie Zuverlässigkeit der Bestimmung genommen wür-de; da aber bei weitem in den meisten Fällen dieseVerschiedenheit doch nur gering ist, und mehr diequantitativen, als die qualitativen Verhältnisse der Be-standteile angeht, so leisten diese Untersuchungenden Anforderungen, welche man an sie, als Waaren-kennzeichen, zu machen hat, vollkommen Genüge.

IX.

Die pharmaceutischc Waarenkundc soll aber auchdie -BcdUrfniccp des Apothekers, insofern er Kaul-mann ist, befriedigen. Dcfshalb hat dieselbe dafürzu sorgen, dafsdem Apotheker Alles das durch sie be-kannt werde, was ihm lürdieo.M iunimg der Gegen-stände j die er zu seiner Fabricalion gebm« cm \, undzu ihrer verderbnifsfreien Erhaltung von Vorlliülseyn kann.

X.

Gehört auch dasjenige, was aus der Naturgeschich-te über die Herkunft der Arzneimittel beigebrachtWerden kann, so wie dasjenige, was uns über die Artihrer Gewinnung und ersten Zubereitung unterrichtet,nicht unmittelbar und zunächst in dcnlierc.ch emeipharmaceutischen Waarenkundc , so bekommt mandadurch doch so viel interessante Notizen, dafs es gc-

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