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.Die Wichtigkeit des Studiums dersogenannten rohen oder einfachenArzneimittel hat man zwar längst ein-gesehen, dasselbe jedoch gewöhn-lich nur als Nebensache betrachtetund andern Doctrinen, so treulicheLehrbücher wir auch darüber besi-tzen, nachgesetzt.
Bei dem Unterrichte über phar-maceutische Waarenkunde, welchenich seit acht Jahren auf hiesiger Uni-versität und in meiner Lehranstaltertheile, bei den andern Berührun-gen mit Pharmaceuten des In - undAuslandes , habe ich stets gefunden,dafs, wenn ich auch die fähigstenund fleiisigsteii Köpfe vor mir hatte,sie doch hierin nur geringe und ge-wöhnlich ganz oberilächliche Kennt-nisse besafsen. Dieser Mangel anWaarenkenntnissen bei den Pkarma-ceuten rührt theils von dem schein-bar trockenen und leichten Studiumder rohen Arzneivvaaren, theils aberauch von einer gewissen Nachlässig-keit und Sorglosigkeit her, die sichdes jungen Pharmaceuten, wenn erin die Lehre tritt, bemeistert.
Gewöhnlich wird ihm im Anfangeder Lehre die Besorgung des soge-
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nannten Handverkaufes übertragen;hier lernt er mechanisch nach undnach die einfachen Arzneimittel ken-nen; aber nur selten, auch wenn ereine Waarenkunde zur Hand nimmt,macht ihn ein guter Lehrer auf dieHauptmerkmale der Aechtheit undGüte dieser Arzneistoffe aufmerk-sam; nur selten ist es ihm vergönnt,Vergleichungen zwischen echten undunechten anzustellen, und in derMeinung, Waarenkunde nebenbei zuerlernen, bekommt er in der Regelnur oberilächliche Kenntnisse davon.
Kommt er aber erst ins Labora-torium und fängt an, sich mit phar-maceutischer Chemie zu beschäfti-gen, so ist es gewöhnlich mit demStudium der Waarenkunde vorbei,indem ihm dieses gegen das der Che-mie und Physik trocken erscheint.
Häufig schon habe ich in der Phy-sik, Botanik und Chemie erfahrneGehülfen kennen gelernt, die zwar,wenn man ihnen Droguen vorlegte,dieselben kannten, aber durchausnicht, weder die besondern Eigen-schaften derselben, noch ihre Ver-wechselungen und Verfälschungen,und noch weniger ihr Vorkommen,