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1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
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KRYPT0GAMISCI1E PARASITEN.

Kryptogamische Parasiten auf officinellen Rinden.

IV. SECTIO N.

Beschreibung der auf der siebenzehnten Tafel abgebildeten

Flechten.

I. Parmella Ach. synojjs. (Schild-flechte.) Vgl. S. 154.

1. Parmclia tiliacea Ach. (Liclien querci-folius WuIf. Liehen quercinus Will d.,Lindenschild flechte.)

Dicign. Thallus mit rundlichem Umfange,viellappig, Lappen ungleich eingeschnit-ten, buchtig, zuletzt fast gekerbt, leder-artig häutig, oben bleigrau, fast aschfar-ben, fast bereift, ziemlich glatt, unten,besonders gegen die Mitte hin, fast schwarz(von den kurzen haarähnlichen Würzel-chen) sammtartig, gegen den Rand hinfast nacht, glatt, dunkelbraun. Apothe-kien (Schüsselchen) kreisrund, vom Thal-lus hellbleigrau (dünn) gerandet, fastkerb-los, mit flacher kastanienbrauner Keim-platte.

(Wohnort.) Auf der gewöhnlichen Handelsloxa, allein sehrselten.

Bemerkungen. Gewöhnlich findet sichdiese Flechte nur in unbedeutenden Frag-menten auf den Chinarinden, und auch wirtrafen sie nie in ihrer völligen Integrität,sondern nur als Bruchstück auf sehr dünnenRinden von Cincliona scrobiculata. Ein Glei-ches wiederfuhr dem Herrn Fee, wie ausder Bemerkung S. 127 seines Werls es erhellt.Unsere Abbildung wurde daher mit Hülfe ei-nes vollständigen vaterländischen Exemplars

gefertigt, was wir hier um so eher anführenmüssen, als man sonst leicht glauben könn-te, die auf der siebenzehnten Tafel gegebeneerste Figur stelle eine von uns wirklich der-gestalt beobachtete Lichene vor. Indefs fandenwir wenige aufserwesentliche und vielleichtnur durch locale Verhältnisse bedingte Abwei-chungen der europäischen Exemplare vonden amerikanischen, wefshalb wir kein Be-denken tragen, beide für identisch zu halten.Dafs wir jedoch unser Urtheil blofs auf eineinzelnes Fragment gründeten, kann uns umso weniger zum Vorwurf gemacht werden,als gerade bei den Flechten, Pilzen und an-deren niederen Bürgern des Gewächsreichesschon Bruchstücke treuliche Abbilder desganzen Organismus bieten, und nur dadurchder Umfang und die Grenze weniger deutlicherkannt werden kann.

Eine mehr oder minder dunkle Färbungder Apothekien, sowie des Thallus, kann fer-ner nicht einmal eine ächte Varietät begrün-den, und auch hier sind diese Abänderungennicht hoch anzuschlagen, indem wir sowohlhelle, als dunkler gefärbte Schüsselchentrafen.

Durch Einwirkung der Witterung, vorzüg-lich von Nässe und darauf folgender, beson-ders plötzlicher, Trockenheit, wird die brau-ne Keimplatte der Apothekien fast schwärz-