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„Sire, könnt Ihr sic nicht Helen lassen?"
„Die Unglückliche»! sic wurden nicht von hier weg-konnncn. ES ist eine den Königen vorgcschrichene Be-dingung: sie dürfen weder nach ihrem Gefallen leben,noch darnach sterben. Aber seitdem ich Dein Versprechenhabe, bin ich ruhiger."
Heinrich dachte nach.
„Ja allerdings, ich habe versprochen, mein König;werde ich aber auch halten können?"
„WaS willst Du damit sagen?"
„Ich selbst, werde ich nicht geächtet, mehr noch be-droht seyn, als der Kleine? Denn ich, ich bin ein Mann,und er ist nnr ein Kind."
„Du täuschest Dich," antwortete Karl; „bin ich ein-mal todt, so wirst Du stark und mächtig, und Dieseswird Dir Krait und Macht verleihen."
B-i diesen Worten zog der Sterbende ein Perga-ment unter seinem Kopfkissen hervor.
„Nimm," sagte er.
Heinrich durchlief das mit dem königlichen SiegelVersehene Blatt.
„Mir die Regentschaft?" fragte er vor Freude er-bleichend.
„Ja, Dir die Regentschaft in Erwartung der Rück-kehr des Herzogs von Anjou, und da der Herzog allerWahrscheinlichkeit nach nickt znrückkebren wird, so ver-leiht Dir dieses Papier nicht die Regentschaft, sondernden Thron."
„Mir de» Thron? ^ murmelte Heinrich.
„Ja," sprach Karl, „Dir, der allein würdig undbesonders fähig ist, diese galanten Wüstlinge, diese ver-lorenen Töchter zu regieren, die von Blut und Tbränenleben. Mein Bruder Älengon ist ein Bcrräther; erwirbein Verräther gegen Alle sepn. kah ihn also in demThurme, in welchen ich ihn gesperrt habe. Meine Mut-ter wird Dich umbringen wollen, verbanne sie. MeinBruder Anjou wird in deri, in vier Monaten, in einem