IS2
„Wer hat hier Arsenik verbrannt?"„Ich," antwortete der König.
XV.
Die Plattform -cs Thnrmes von Vinccnnes.
Heinrich von Navarra ging allein und träumerischauf der Terrasse des Thnrmes umher; er wußte, daß derHof in dem Schlosse war, das er hundert Schritte vorsich sah, und sein durchdringendes Auge errielh den ster-benden Karl hinter den Mauern.
Es war ein Wetter von Azur und Gold: ein breiterSonnenstrahl spiegelte sich in den entfernten Ebenen,während er den Gipfel der auf den Reichthum ihres erstenLaubwerks stolzen Bäume des Waldes mit flüssigem Goldeübergoß. Selbst die grauen Steine des Thnrmes schienensich mit der sanften Wärme des Himmels zu schwängern,und wilde Nelken, von dem Hauche des Ostwindes indie Spalten der Mauer getragen , öffneten ihre rothen undgelben Sammetblüthen den Küssen eines lauen Luftzuges.
Aber der Blick von Heinrich verweilte weder bei dengrünen Ebenen, noch bei den vom Golde überstrahltenGipfeln; sein Blick übersprang die zwischenliegeudenRäume und heftete sich, glühend von Ehrgeiz, an dieHauptstadt Frankreichs, welche dazu bestimmt war, einstdie Hauptstadt der Welt zu iberden.
„Paris!" murmelte rer König von Navarra, „daliegt Paris, das heißt die Freude, der Triumph, derRuhm, die Macht und das Glück; Paris, wo derLouvre ist, und der Louvre, wo der Thron ist. Undrin Einziges trennt mich von dem so sehr ersehntenParis: die Wälle, welche sich an meinen Füßen hinzie-hcn und mit mir meine Feindin cinschließen."