Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
149
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über, so sehr trieb sie der Heiß, den ffe gegen den Bearnerhegte, ans den Gränzen ihrer gewöhnlichen Verstellung,wenn Ihr, wie Ihr sagt, dem Grabe so nahe seyd,glaubt Ihr, ich werde irgend Jemand, besonders einemFremden, mein Recht, Euch in Eurer legten Stundebeizustehen, mein Recht als Königin, mein Recht alsMutter abtreten?"

Madame!" sprach Karl,noch bin ich König, nochbefehle ich, Madame: ich sage Euch, daß ich meinenBruder Heinrich sprechen will, und Ihr ruft meinenKapitän der Garden nicht! Tausend Teufel! Ihr solltwissen, daß ich noch die Kraft habe, ihn selbst zu holen."

Und er machte eine Bewegung, um ans seinemBette zu springen, wodurch sein Leib, dem Christi nachder Geißelung ähnlich, entblößt wurde.

Sire!" rief Catharina, ihn zurückhaltend,Ihrfügt uns Allen eine Beleidigung zu: Ihr vergeßt dieSchmach, die unserer Familie angethan worden ist! Ihrweist unser Blut zurück; ein Svhu von Frankreich sollallein an dem Sterbebette eines Königs von Frankreichknieen. Mein Platz ist durch die Gesetze der Natur undder Etiquette bezeichnet, ich bleibe also."

Uno mit welchem Rechte, Madame, bleibt Ihr hier?"fragte Karl.

Mit dem Rechte der Mutter."

, Ihr seyd nicht mehr meine Mutter, Madame, alsder Herzog von Alenyon mein Bruder ist."

,,Jhr sprecht im Fieberwahns., mein Herr," sagteCatharina.Seit wann ist diejenige, welche das Leben ge-gebenhat, nicht mehr die Mutterdessen, welcher es empfing ?"

Von dem Augenblicke an, Madame, wo diese ent-artete Mutter nimmt, was sie gegeben hat," antworteteKarl, einen blutigen Schaum abwischend, der ihm aufdie Lippen stieg.

Was wollt Ihr damit sagen, Karl, ich versteheEuch nicht," murinelte Caihariua, ihren Sohn mit er-staunten, weit aufgcriffenen Augen aiischauend. >