Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
92
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S2

Oh, Henriette, Henriette!" murmelte Margarethe.

Höre!" rief die Herzogin mit einem zugleich naivenund erhabenen Ausdruck, der das Jahrhundert und dieFrau znsammenfaßt, ,,höre, ich liebe Annibal."

Das ist wahr," sprach Magarethe lächelnd und er-röthend,Du liebst ihn sehr, Du liebst ihn sogar zu sehr."

Und dennoch drückte ste ihr die Hand,

Durch unsere drei Diamanten sind also die drei-malhunderttausend Thaler und der Mensch bereit," fuhrHenriette fort,

Der Mensch? welcher Mensch?"

Der Mensch zum Tödten. Du vergißt, daß man'einen Menschen tödten muß."

Ah! Du hast denjenigen gefunden, welchen Dubrauchtest?"

Vollkommen,"

Zn demselben Preise?" fragte lächelnd Margarethe.

Zu demselben Preise hätte ich zehn gefundenant-wortete Henriette.Nein, nein, ganz einfach um fünf-hundert Thaler,"

Um fünfhundert Thaler hast Du einen Menschengefunden, welcher einwiliiqtc, sich tödten zu lassen?"

Was willst Du, man muß doch leben,"

Meine liebe Freundin, ich verstehe Dich nicht,Svrich klar und deutlich. In unserer Lage nimmt dasLösen der Räthsel zu viel Zeit weg,"

Höre also: der Kerkermeister, dem die BewachungVon La Mole und Coconnas anvertraut wurde, ist einalter Soldat, welcher weiß, was eine Wunde bedeutet:er will wohl unsere Freunde retten helfen, aber er willseinen Platz nicht verlieren. Ein Dolchstoß geschickt ge-führt macht die Sache ab; wir geben ihm eine Beloh-nung und der Staat eine Entschädigung, Ans diese Artempfängt der brave Man» ans zwei Händen und hatdie Fabel von dem Pelikan erneuert "

Aber ein Dolchstoß, . sprach Margarethe.

Sey unbesorgt, Annibal wird ihn führen."