Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
73
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Nun, mein lieber Sohn," sprach Katharina,wie

befindet Ihr Euch?"

Besser, meine Mutter, besser."

Uns was fügen Eure Aerzte?"

Meine Nerzte? oh! das sind große Doctoren, meineMutter," sprach Karl in ein Gelächter ansbrechend;ich gestehe, es macht mir ungemein viel Vergnügen,sie über meine Krankheit streiten zu hören. Amme, gibmir zu trinken."

Die Amme brachte Karl eine Taffe von seinem ge-wöhnlichen Tranke.

Was lassen sie Euch einehmen, mein Sohn?"

,,OH, Madame, wer versteht etwas von ihrem Ge-bräu ?".erwiederte Karl, gierig den Trank leerend.

Das Beste für meinen Bruder wäre," sprach Franz,wenn er aufstehen und die schöne Sonne benützen könnte.Die Jagd, die er so sehr liebt, würde ihm gewiß wohlthun."

,Ja," versetzte Karl mit einem Lächeln, dessenAusdruck der Herzog unmöglich errathen konnte,dieletzte hat mir jedoch sehr geschadet."

Karl halte diese Worte auf eine so seltsame Weisegesagt, daß das Gespräch, in welches sich die Anwesendennicht einen Augenblick gemischt hatten, hiebei stehen blieb.Dann machte er ein Zeichen mit dem Kopf; seine Höf-linge verstanden, daß der Empfang vorüber war, undentfernten sich.

Alengon machte eine Bewegung, um sich seinemBruder zu nähern, aber ein inneres Gefühl hielt ihnzurück; er verbeugte sich und trat ab.

Margarethe wars sich auf die fleischlose Hand ihresBruders, drückte und küßte sie, und ging ebenfalls weg.

Gute Margot!" murmelte Karl.

Katharina allein blieb aus ihrem Platze. Als Karlsich unter vier Augen mit ihr sah, wich er in seinemKönigin Margot, lll. 6