Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
58
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LS

Wie?" sprach Karl mit dumpfer Stimme,Ihrkennt kein Gegengift?"

Das Beste ist Eiweiß in Milch geschlagen, aber..."

Was aber?"

ES müßte sogleich genommen werden, sonst . . . "

Sonst?"

Sire, es ist ein furchtbares Gift." versetzte Reue.

Es tödtet jedoch nicht sogleich?" sprach Karl.

Nein, aber es tödtet sicher, wie viel Zeitman auch zum Sterben braucht, und zuweilen ist dies eineBerechnung."

Karl stützte sich auf den Marmortisch.

Sagt nun," sprach er, die Hand auf die Schul-ter von Rene legend,Ihr kennt dieses Buch?"

Ich, Sire?"

Ja, Ihr."

Sire, ich schwöre Euch . . . ."

Rene," sprach Karl,>t mich Wohl: Ihr habtdie Königin von Navarra mit Handschuhe» vergiftet; Ihrhabt den Prinzen von Poreian mir dem Rauche einerLampe vergiftet; Ihr habt den Prinzen von Conde miteinem Riechapfel zu vergiften gesucht. Rene, ich lasseEuch das Fleisch, Fetzen für Fetzen, mit einer glühendenZange vom Leibe reißen, wenn Ihr mir nicht sagt, wemdieses Buch gehört."

Der Florentiner sah, daß mit dem Zorne von KarlIX. nicht zu scherzen war, und beschloß mit Dreistig-keit zu bezahlen.

Und wenn ich die Wahrheit sage, Sire, wer bürgtmir dafür, daß ich nicht noch grausamer gestraft werde,als wenn ich schweige?"

Ich."

Gebt Ihr mir Euer königliches Wort?"

Bei meinem adeligen Worte, Euer Leben soll ge-schont werden," sprach der König.

Dieses Buch gehört mir."