56
„Könntet Ihr Gewißheit darüber erlangen, daß ervergiftet worden ist?"
„Allerdings, wenn ich ihn öffnen und den Magenuntersuchen würde?"
„Oeffuet ihn, ich will keinen Zweifel haben."
„Man müßte Jemand rufen, der mir helfen würde."
„Ich werde Euch helfen," sagte Karl.
„Ihr,.Sire!"
„Ja, ich. Und welche Symptome werden wir finden,wenn er vergiftet ist?"
„Rothe Platten und Herborisationen im Magen."
„Vorwärts, zum Werke," sprach Karl.
Rena öffnete mit einem Sealpclschnitte die Brustdes Windhundes und schob sie kräftig auseinander, wäh-rend Karl, ein Knie auf der Erde m t zitternder Handleuchtete.
„Seht, Sire," sprach Renö, „hier sind die deut-lichen Spuren. Diese roihen Platten sind die von mirvorher bezeichncten t diese mit Blut gefüllten Adern,welche die Wurzeln einer Pflanze zu sehn scheinen, sinddas, was ich unter dem Namen Herborisationen bezeich-net habe. Ich finde hier Alles, was ich suchte."
„Der Hund ist also vergiftet?"
„Ja, Sire."
„Mit einem mineralischen Gifte?"
„Aller Wahrscheinlichkeit nach."
„Und was würde ein Mensch empfinden, der ausUnachtsamkeit von demselben Gifte verschluckt hätte?"
„Heftigen Kopfschmerz, Brennen im Innern, als ober glühende Kohlen im Leibe hätte, Schmerzen in denEingeweide», Erbrechen."
„Auch Durst?"
„Einen unauslöschlichen Durst."
„Das ist es, das ist es," murmelte der König.
„Sire, vergebens suche ich den Zweck aller dieserFragen."
„Wozu ihn suchen ? Ihr braucht den Zweck nicht zu