46
„Ich würde lieber anderswohin gehen/' versetzteCoconnaS. «aber man hat in dieser Hinsicht nicht immerfreie Wahl/'
Unterwegs erholte sich der König von seiner Ohn-macht und kam wieder ein wenig ;n Kräften. InNanterre wollte er sogar zu Pferde steigen, aber manverhinderte^ihn daran.
„Benachrichtigt den Meister Ambroise Pare," sprachKarl bei seiner Ankunft im Louvre.
Er stieg von sieincr Sänfte herab, ging, sich ansden Arm von Tavannes stützend, die Treppe hinauf underrciibte seine Gemächer , in welche ihm auf seinen Be-fehl Niemand folgen durfte.
Jedermann fiel sein tiefer Ernst auf. Währenddes ganzen Marsa.es war er in Gedanken versunken,sprach mit Niemand ein Wort und beschäftigte, sich wedermehr mit der Verschwörung, noch mit den Verschwörern.Offenbar nahm ihn nichts Anderes mehr in Anspruch,als seine Krankheit, eine so plötzlich erscheinende, soseltsame, so schmerzliche Krankheit, wobei einige Symp-tome ganz dieselben waren, wie man sie bei seinemBruder Franz >1. kurze Zeit vor seinem Tode wakrge-nommen hatte.
ES wunderte sich auch Niemand, daß der Eintrittbei dem König für Jeden mit Ausnahme von MeisterPare verboten war. Misanthropie bildete bekanntlich denGrnndcharaktcr des Fürsten.
Karl trat in sein Schlafgemach, setzte sich auf einRuhebett, stutzte den Kovf auf Kissen und wollte, beden-kend, Dreister Ambroise Pare könnte vielleicht nicht zuHause scyn, die Zeit des Wartens benützen.
Demzufolge klatschte er niits den Händen. EinDian» von der Wache erschien.
„Meldet dem König von Navarra, ich wolle ihnsprechen," sagte Karl.
Der Mann verbeugte sich und gehorchte.
Karl warf seinen Kopf zurück. Eine furchtbare