43
Coconnas machte eine lächelnde Grimasse, welcheWohl bedeuten sollte: „Ihr seht, Sire."
„Aber die Handpferde, die Maulthiere, die Kisten,mit denen sie beladen sind?" fragte Franz.
„Sind wir Stallknechte?" entgegnete Coconnas;„laßt den Burschen kommen, der sie bewachte."
„Er findet sich nicht." sprach der Herzog wütheud.
„Dann wird er wohl Angst bekommen und sichgefluchtet haben," versetzte Coconnas. „Von einemBauernburschen kann mau nicht die ginhe eines Edel-mannes verlangen."
„Immer chastclbe System," sprach Alenpon undbleckte die Zähne. „Zum Glucke, Sire, habe ich Euchmitgetheilt, dafi diese Herren seit einigen Tagen nichtmehr in meinem Dienste sind."
„Ich," rief Coconnas, „ich sollte das Unglück haben,nicht mehr Eurer Hoheit zu gehören?"
„Ei, Mord und Tob! mein Herr, Ihr wißt besser,als irgend Jemand, daß Ihr Eure Entlassung in einemziemlich unverschämten Briefe genommen habt, den ich,Gott scy Dank, aufbewahrte und glücklicher Weise beimir habe."
„Oh!" erstnedertc Coconnas, „ich hoffte, Eure Hoheithätte mir meinen Brief verziehen, der in der erstenAufwallung schlechter Laune geschrieben wurde. Ich erfuhrnämlich, daß Eure Hoheit in einem Gange des Louvremeinen Freund La Mole hatte erdrosseln wollen_"
„Was sagt Ihr da?" unterbrach ihn der König.
„Ich glaubte, Eure Hoheit wäre allein gewesen,"fuhr Coconnas treuherzig fort. „Seitdem ich aber er«fahren habe, daß drei andere Personen . . . ."
„Stille!" sprach Karl, „wir sind hinreichend unter-richtet."
Daun sich an den König von Navarra wendend:
„Euer Wort, daß Ihr nicht entfliehen werdet?"
„Ich gebe es Eurer Majestät,"
4