4L
Franz, vor Zorn erbleichend, und verstohlen einen Blickauf Karl werfend, fügte er bei, „und ich hoffe es niezu werden."
„Gleichviel!" versetzte Karl, ,,Jhr sollt erfahren,Heinrich, daß ich diese Geschichte sehr sonderbar finde."
„Sire," sprach der König von Navarra mit Festig-keit, „Gott vergebe mir, man sollte glauben, ich stündeein Verhör ans."
„Und wenn ich Euch sagte', ich verhöre Euch, waswürdet Ihr antworten?"
„Daß ich so gut König bin, wie Ihr, Sire,"cntgcgnete Heinrich mit stolzem Tone; „denn nicht dieKrone, sondern die Geburt macht das Königthnm, unddaß ich meinem Bruder und Freunde, nie aber meinemRichter antworten werde."
„Ich möchte doch wissen," murmelte Karl, „woranich mich in meinem Leben zu halten habe."
„Man führe Herrn von Mouy herbei," sprachAlenyon, „Herr von Mouy muß sestgcnommen seyn."
„Ist Herr von Mouy unter den Gefangenen?"fragte der König.
Heinrich hatte einen unruhigen Moment, undwechselte einen Blick mit Margarethe; aber dieser Mo-ment war von kurzer Dauer.
Keine Stimme antwortete.
„Herr von Mouy ist nicht unter den Gefangenen,"sprach endlich Herr von Nancey; „einige von unfernLeuten glauben ihn gesehen zu haben, aber keiner istseiner Sache gewiß."
Alenyon murmelte einen Fluch durch die Zähne.
„Ei!" sagte Margarethe, auf La Mole und Eo-connas deutend, die dieses Gespräch mit angehört hat-ten, und auf deren Einverständniß ste rechnen zu könnenglaubte; „Sire, hier sind zwei Edellente von Herrnvon Aleuyon, befragt sie, sie werden antworten."
Der Herzog fühlte den Streich.
Königin Margot. LU.
4