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Kaum waren zehn Sekunden in diesem doppelten Kampfehingegangcn, als die zwei Vögel in den Wolken zu ver-schwinden schienen. Der Reiher war kaum noch so großwie eine Lerche, und der Falke erschien wie ein schwar-zer Punkt, der jeden Augenblick unmerklicher wurde.
Karl und sein Hof folgten den zwei Vögeln nurnoch mit dem Blicke. Jeder war, die Augen aus denFlüchtling und seinen Verfolger geheftet, an seinemPlatze geblieben.
„Bravo! bravo I Bec-de-Fer!" rief plötzlich der Kö-nig. „Seht, seht, meine Herren, er hat die Oberhand.Haw! Haw!"
„Meiner Treue, ich gestehe, daß ich weder den einen,noch den andern sehe," sprach Heinrich.
„Ich auch nicht," sagte Margarethe.
„Ja, aber wenn Du ste nicht stehst, Henriot, sokannst Du sie doch noch hören," versetzte Karl, „denReiher wenigstens. Hörst Du, hörst Du, er bittet umGnade!"
Es stiegen in der That einige Klageschreie, die nurein geübtes Ohr aufzufaffen vermochte, vom Himmelzur Erde herab. -
»Schau! schau!" rief Karl, „und Du wirst sie so-gleich schneller Herabfinken sehen, als sie hinanfgestiegenfind."
Als der König diese Worte sprach, erschienen diezwei Vögel wirklich allmählig wieder. Es waren nurzwei schwarze Punkte, aber an der Verschiedenheit derGröße dieser Punkte konnte man leicht sehen, daß derFalke obenauf war.
„Seht! seht!" rief Karl, „Bec-de-Fer hält ihn."
Von dem Raubvogel beherrscht, versuchte es derReiher nicht einmal mehr, sich zu vcrtheidigen. Er sankrasch herab, beständig von dem Falken geschlagen undnur durch sein Geschrei antwortend. Plötzlich zog erdie Flügel zusammen und ließ sich wie einen SteinKönigin Margot. III. 3