Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
22
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der ganzen Jagd Zeit zu lassen, sich ans Paris zu ent-fernen, ging sie, um sich von der Sache selbst zu über-zeugen, aus ihrem Zimmer, schritt durch den Gang, stiegdie kleine Wendeltreppe hinauf und öffnete mit Hülfeihres doppelten Schlüssels die Wohnung des Königs vonNavarra.

Aber vergebens suchte sie in der ganzen Wohnungdas Buch, vergebens ging ihr glühender Blick von denTische» zu den Stühlen, ,von den Stühlen zu den Pul-ten, von den Pulten zu den Fächern, von den Fächernzu den Schränken über; nirgends gewahrte sie, was siesuchte,

Er hat es ohne Zweifel in irgend einen Schrankeingeschlossen," sagte sie,und wenn er es noch nichtgelesen hat, so wird er es lesen."

Und sie stieg wieder hinab, diesmal fest überzeugt,ihr Plan wäre gelungen.

Der König verfolgte mittlerweile den. Weg nachSaint-Germain, wo er nach anderthalb Stunden schar-fen Ncktes anlangke; inan begab sich nicht einmal zudem alten Schlosse, das sich mitten unter den auf demBerge zerstreuten Häusern erhob. Man zog über diehölzerne Brücke, welche damals vor dem Baume lag,den man noch heut' zu Tage die Sülly's-Eiche nennt.Dann machte man den geschmückten Barken, welche derJagd folgten, ein Zeichen damit der König und dieLeute seines Hofes leichter über den Fluß gelangen konn-ten sich in Bewegung zn setzen.

In einem Augenblick bewegte sich diese ganze lustige,von so verschiedenartigen Interessen belebte, Jugend aufdem herrlichen WieSgrunde, der von der waldigen Höhevon Saint-Germain herabläukt und plötzlich das Ausseheneiner großen Stickerei mit buntscheckigen, lausendfarbige»Personen bekam, wobei der an seinem Ufer schäu-mende Fluß die silberne Franse bildete.

Vor dem König, der aus seinem rveißcn Roßeseinen Lieblingsfalken aus der Faust einherritt, mar-