Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
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seinen jungen König begrüßte, welcher sorgenvoll, nach-denkend, auf seinem schneeweißen Pferde einherritt.

Was hat er Euch gesagt?" fragte MargaretheHeinrich.

Er hat mir über die Schönheit meines Pferdes einCompliment gemacht."

Sonst nichts?"

Sonst nichts."

Dann weiß er etwas."

Ich befürchte es."

Wir muffen auf unserer Hut sehn."

Heinrich erleuchtete sein Gesicht mit jenem feinenLächeln, das bei ihm Gewohnheit war und für Mar-garethe besonders bedeutete:Sehs unbesorgt, meineTheure."

Kaum hatte der Zug den Hof des Louvre verlassen,als sich Catharina von dem Vorhänge zurückzog.

Eines war ihr jedoch nicht entgangen: sie hattedie Blässe von Heinrich, seine Nervenzuckungen, seineleisen Unterredungen mit Margarethe wahrgenommen.

' Heinrich war bleich, weil sein Blut, da er nicht densanguinischen Muth besaß, unter allen Umständen, wosein Leben auf das Spiel gesetzt war, statt ihm in denKopf zu steigen, zum Herzen zurückströmte.

Er hatte Nervenzuckungen, weil die Art, wie ihnKarl empfangen, so verschieden von dem Empfange, derihm gewöhnlich von dem König zu Theil wurde, einengewaltigen Eindruck auf ihn gemacht hatte.

Er hatte sich mit Margarethe besprochen, weil, wiewir wissen, von dem Manne und der Frau in politischerHinsicht eine Offensive- und Defeusivallianz abgeschlossenworden war.

Catharina aber erklärte sich die Dinge ganz anders.

Diesmal," murmelte sie mit ihrem siorentinischenLächeln,diesmal wird der theure Henriot wohl hängenbleiben."

Nachdem sie eine Viertelstunde gewartet hatte, um