Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

1L

teü. Der Bearner blieb einen Augenblick bei Leutenstehen, welche auf zwei Maulthiere Jagdvorräthe packten,die in nichts Anderem bestanden, als in Silber und inReiseeffecten. Sobald seine Befehle gegeben waren,durchschritt er in gerader Linie den Hof und ging sicht-bar auf die Eingangsthüre zu,

Alen?on blieb unbeweglich an seinem Platze. Hein-rich war also nicht die geheime Treppe heraufgestiegen.Alle Angst, die er seit einer Viertelstunde gefühlt, hatteer vergebens gefühlt. Was er beendigt oder wenigstensseinem Ende nahe glaubte, sollte wieder anfangen.

Alenyon öffnete die Thüre seines Zimmers undhorchte an der des Corridor. Diesmal war keine Täu-schung möglich, es mußte Heinrich setzn. Alenyon er-kannte seine» Tritt und sogar das besondere Geräuschseiner Spornrädchen; die Thüre der Wohnung von Hein-rich öffnete sich und schloß sich wieder.

Alenyon kehrte in sein Zimmer zurück und sank aufeinen Stuhl.

Zu dieser Stunde geht es so bei ihm," sagte er zusich selbst:er hat sein Vorzimmer, dannsein erstes Zim-mer durchschritten und ist in sein Schlafzimmer gelangt.Hier wird er mit den Augen seine Börse, sein Schwertund seinen Dolch gesucht haben, dann hat er daS Buchoffen auf dem Pulte gefunden."

Was für ein Buch ist das?"" wird er sich ge-fragt haben,wer hat es mir gebracht?""

Dann wird er sich ihm genähert und den Kupfer-stich betrachtet haben, der einen seinen Falken zurückru-fenden Reiter darstellt. Er will es sofort lesen und ver-sucht es, die Blätter umzuwenden."

Hier lief ein kalter Schweiß über die Stirne vonFranz.

Wird er rufen?" sprach er,ist es ein rasch wir-kendes Gift? Nein, nein, denn meine Mutter sagte mir,er müßte langsam an der Auszehrung sterben.'"

Dieser Gedanke beruhigte ihn ein wenig.