Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
11
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Erwartung glühte in seinen Adern. Das Schlagen seinerPulse wiederhallte in seinem Gehirn. Wie man in einemTraume oder in einer magnetischen Ertase steht, so kames Franz vor, als schaute er durch die Mauern. SeinBlick senkte stch in das Zimmer von Heinrich, trotz desdreifachen Hindernisses, das ihn von diesem trennte.

Um den furchtbaren Gegenstand zu entfernen, dener mit de» Augen des Geistes zu sehen glaubte, suchteder Herzog die Blicke seines Innern auf etwas Andereszu lenken, als auf das furchtbare Buch, das auf demPulte von geschnitztem Eichenholz offen lag. Aber ver-gebens nahm er, eines nachdem andern seine Gewehre,einen nach dem andern seine Juwelen, vergebens ginger hundertmal im Zimmer auf und ab: jede Einzeluheitdes Bildes, das er in dem Buche nur flüchtig gesehenhatte, stand vor seiucm Geiste. Es war ein Herr zuPferde, der den Dienst eines Falkeniers verrichtend dasVorloß warf, um den Falken zurückzulvcken, und im ge-streckten Galopp über einen Moorgrund hinritt. So. ge-waltig auch der Wille des Herzogs war, so triumphirtedoch die Erinnerung über diesen Willen.

Dann war es auch nicht allein das Buch, was ervor stch sah, er sah auch den König von Navarra, wieer stch dem Buche näherte, das Bild betrachtete, dieBlätter umzuwenden suchte, das Hinderniß wahrnahm,das stch dem Nmwenden widersetzte, dieses Hinderniß,den Finger naß machend, besiegte und die Blätter zumUmwenden zwang.

Bei diesem, obgleich ganz der Phantasie entsprosse-nen, Anblick wankte Aleu^on und mußte stch mit einerHand auf einen Schrank stützen, während er mit der an-dern seine Augen bedeckte, als ob er, wenn sie bedecktwären, nicht noch besser das Schauspiel sehen würde, daßer fliehen wollte.

Dieses Schauspiel war sein eigener Gedanke.

Plötzlich sah Aleiitzon Heinrich durch den Hof schrei-st