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Die Römer im Kampfe mit Carthago,
10. Ein neuer vierjähriger Zeitraum, der jetzt beginnt, ist in Be-zug auf Hannibals Verhalten dem vorigen ähnlich, zeigt aber die Sacheder Römer im Steigen. Die römische Macht war zwar tief erschüttert,aber die durch ganz Italien verbreiteten Colonieen bildeten ebenso vielefeste Plätze, durch welche Hannibal sich um so mehr gehindert fühlte,als er sich nur selten auf Belagerungen einließ. Sein Aufenthalt imfremden Lande, das allmälige Zusammenschmelzen des mitgebrachtenHeeres, das nur aus den von Rom abgefallenen italischen Völkern er-gänzt wurde, die Unzulänglichkeit der von Carthago aus gewährtenUnterstützung, machten seine Lage schwierig. Im Jahre 211 kam Capuawieder in römische Gewalt. Zwei konsularische Heere hielten dasselbebelagert und, obgleich Hannibal dieselben durch einen raschen Zug gegenRom zum Aufbruche zu nöthigen hoffte, eilte nur das eine gegen Rom,während das andere die Belagerung fortsetzte. So richtete er gegendie Stadt Rom nichts aus, ging über Jnterocrea und Sulmo mitten zwi-schen unbezwungenen festen Städten hindurch nach Apulien zurück und konntenicht hindern, daß Capua erobert und an demselben wegen des Abfallsein blutiges Strafgericht vollzogen wurde, worauf es in das Verhält-niß einer Präfektur trat. Das Unglück Capua's mußte wie ein betäu-bender Schlag auf andere Abtrünnige wirken. Im Jahre 209, nacheinem unentschiedenen Kampfe, den Marcellus als Proconsul bei Canu-sium in Apulien mit Hannibal bestanden, gewann Fabius als ConsulTarent mittelst Einverständnisses wieder und nur im Jahre 208 trübteeine Niederlage bei Venusia, in welcher Marcellus in seinem fünftenConsulate umkam, die Freude der Römer über diese Erfolge. Das Be-dürfniß, Hülfe aus Spanien zu erhalten, wurde für Hannibal jetztein sehr dringendes, da der Kreis, in welchem er sich bewegen konnte,sich immer mehr verengte und der letzte Sieg nur für den AugenblickHülfe gebracht hatte. In Spanien hatte sich das Glück der Römer her-gestellt, als des gefallenen Publius Cornelius Scipio gleichnamiger Sohn,der schon am Ticinus seinen Vater gerettet Haben soll, im Jahre 211in einem Alter von 24 Jahren an die Spitze der dortigen Truppengestellt worden war. Scipio war ein Mann von ganz ungewöhnlichenGaben. Außer einem großen Adel des Geistes erregte allgemeine Auf-merksamkeit ein ganz besonderer Verkehr, den er mit den Göttern zupflegen schien. Vor jedem Geschäfte eine Zeit in Einsamkeit auf demCapitolium zubringend, that er seiner Erklärung nach Alles in Folgegöttlicher Eingebung. Das außerordentliche Glück, das ihn begleitete,förderte bei ihm und Anderen den Glauben, daß er unter einem un-mittelbaren Schutze himmlischer Mächte stehe und zu Außerordentlichembestimmt sei. Da man einen Heerführer mit proconsularischer Gewaltnach Spanien schicken wollte und Niemand sich darum bewarb, trat bei