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Die Römer im Kampfe mit Carthago,
Kreise untergeordneter Bestrebungen und erhob sich nur durch Verviel-fältigung und Ausbildung der ihnen dienenden Mittel in das Gebiet derCivilisation. Die Regierungsgewalt ruht in den Händen der Volks-versammlung, diese übt dieselbe aber größtentheils durch den aus ihrerWahl hervorgehenden Senat, indem sie selbst nur dessen Vorschlägegenehmigt oder verwirft. Für laufende Geschäfte besteht ein kleinererRath, dessen Mitglieder lebenslänglich ihr Amt führen und für die Voll-ziehung das Amt zweier jährlich wechselnden Suffeten. Ein auf derHerkunft beruhender Adel war, ohne daß sein Verhältniß näher bekanntist, von großem Einflüsse. Der Kreis desselben mußte sich verengen,da der Reichthum eine zweite Bedingung des Einflusses ausmachte. DieObrigkeiten wurden zwar gewählt, aber die Wahlstimmen wurden, wieüberhaupt in Angelegenheiten des Nutzens die sittlichen Schranken sehrweit waren, ganz unverhohlen erkauft. Ein Hauptmittel zu Erwerbungdes Reichthums war aber für den karthagischen Adel außer den Handels-unternehmungen die Bekleidung von Heerführer- und Statthalterämtern.Dem Volke gegenüber konnte sich eine solche Staatsverwaltung durchdie fortwährend und planmäßig geübte Bestechung erhalten und außer-dem stand den Mächtigen zur Beschwichtigung von Unzufriedenheit dasMittel zu Gebote, Bürger in die Colonieen zu senden und ihnen dortzu vortheilhafterer Stellung zu verhelfen. Bei dem ersten Zusammen-treffen mit diesem Staate mußte die Blüthe, in dem sich dessen See-wesen befand, Rom in den fühlbarsten Nachtheil versetzen. Nichtsdesto-weniger wagte Nom den Kampf und bildete sich, von der Nothwendig-keit geleitet, eine Seemacht ans, ohne die es die Herrschaft über diedas Mittelmeer umgebenden Länder nicht hätte erwerben können.
2. Dem höheren Rechte, welches Rom durch seinen höheren inne-ren Werth in dem Kampfe hat, entspricht nicht die Veranlassung, durchwelche es sich gegen Carthago in Waffen bringen läßt. Die Mamer-tiner in Messana waren zu einem selbstständigen Gemeinwesen erwachsenund begannen ihr Gebiet weithin auszudehnen. In Syrakus aber warnach Pyrrhus Abzug in Hiero, einem Abkömmlinge des Gelon, einneuer Heerführer erstanden, der, indem er den Staat gegen den An-drang der Mamertiner schützte, die Herrschaft nicht in gleicher Weisewie die früheren syrakusanischen Herrscher, sondern durch förmliche Wahldes Volkes erhielt. Als er in Fortsetzung des Kampfes Messana be-lagerte, wurde bei den Carthagern die Besorgniß rege, der ihrer Herr-schaft auf der Insel so hinderliche syrakusanische Staat möge durch Er-oberung von Messana die Gelegenheit finden, sich an Rom anzulehnenund so neue Kräfte zu gewinnen. Daher boten die Carthager den Ma-mertinern Schutz und diese nahmen eine karthagische Besatzung unterHanno in ihre Burg auf, worauf Hiero weiteren Unternehmungen ent-