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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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244 Die Griechen von dem Ende des peloponnesischen Krieges

Gewalt übertragen wurde. Aehnli'ches geschah in Athen selbst. Ausden Gegnern der Demokratie, größtentheils aus den mit Groll heim-kehrenden Verbannten, wurden dreißig Männer gewählt, welche demStaate eine neue den Zwecken Sparta's entsprechende Verfassung gebensollten. Diese zögerten aber beständig mit der Lösung ihrer Aufgabeund führten inzwischen die Regierung. Bald zeigten sie Willkühr, Un-gerechtigkeit und Grausamkeit. Daß manche hingerichtet wurden, dieder Herstellung eines ruhigen Zustandes im Wege zu stehen schienen,konnte noch als in ihrer Aufgabe liegend betrachtet werden. Allmäligschienen sie aber den Kreis derjenigen, welche der künftigen Gestaltungdes Staates hinderlich sein sollten, so weit auszudehnen, daß man dieAbsicht, sich durch Einziehung des Vermögens der Hingerichteten zu be-reichern, nicht mehr verkennen konnte. Eine sichere Grundlage ihrerHerrschaft zu haben, erwählten sie dreitausend Bürger zu Theiluehmernder Gewalt, die zu ihnen in ähnlichem Verhältnisse stehen sollten, wiein der Verfassung des Jahres 411 die Fünftausend zu den Vierhundert.Es waren diese natürlich alle aus der im Laufe des Krieges ausgebil-deten und nach dessen unglücklichem Ende erstarkten oligarchischen Partei.Diese Dreitausend wurden allein im Besitze der Waffen gelassen undüber sie sollte der fortbestehcnde Rath die Blutgerichtsbarkeit haben,während über Leben und Tod aller klebrigen die Herrscher sich dieGewalt vorbehielten. Da im Verlaufe der Zeit die Besorgniß näherrückte, daß fortdauernde Gewaltthätigkeit in den Verfolgten und Be-drohten Entschlüsse gewaltsamer Abwehr zur Reife bringen könne, wurdeein spartanischer Harmost mit Truppen auf die Akropolis gezogen. Jeweiter die Gewaltherrschaft ging, desto lebhafter wurde in der Mitteder Dreißig der Widerstand der Gemäßigten, an deren Spitze Thera-menes stand. Doch die von Kritias geleitete Gegenpartei siegte undTheramenes selbst wurde durch den Schierlingsbecher hingerichtet, nach-dem ihn Kritias mittelst AusftreichcnS aus dem Verzeichnisse der Drei-tausend unter die Zahl derjenigen, die von den Dreißig zu richten seien,versetzt hatte. Der gesteigerte Mißbrauch der Gewalt führte im Jahre403 zur Befreiung. Auf gewaltsame Verfassungsänderungen Pflegte inden griechischen Städten ein leidenschaftliches Wüthen der siegreichenPartei gegen die besiegte zu folgen und es blieb bei den Entronnenenund Verbannten der Versuch nicht aus, sich mit Gewalt den Weg zurRückkehr zu bahnen. Ein solcher Versuch ward jetzt für Athen trotz derMacht, mit der Sparta über Griechenland gebot, nicht vergeblich ge-macht. Zur Verhinderung eines solchen Versuchs hatte Sparta ansämmtliche Staaten Griechenlands die Aufforderung erlassen, die flüchti-gen Athener der in Athen bestehenden Negierung ausznliefern. DieserAufforderung handelte aber nicht bloß Argos, dessen frühere Stellung