164 Die Griechen vor dem Kampfe mit den Persern.
14. Die dorische Wanderung bildet in dem Peloponnes neben Ar-kadien, das sie ungestört bestehen läßt, und neben dem jonischen Gebieteder Nordküste, das sie in die Hände der Achäer bringt, einen ätolischenund eine Anzahl von theils größeren theils kleineren dorischen Staaten.Die Ucberlieferungen vom Hergänge der Sache sind ohne geschichtlichenWerth. Sie gehen über die lange Zeit, die zur allmäligen Bewälti-gung der Vorgefundenen Bevölkerung erforderlich war, rasch hin undlassen die Führer der einzelnen Abtheilungen den Peloponnes, als ober erobert vor ihnen gelegen hätte, unter einander theilen. Von He-rakles Sohne Hyllus, den der dorische König Aegimios an Sohnes Stelleangenommen, hatte sich das Geschlecht durch Kleodäus und Aristomachusbis auf die Brüder Temenus, Krcsphontes und Aristodemus fortgesetzt.Unter sie vertheilt sich das Land so, daß Temenus Argolis, Kres-phontes Messenien, die Zwillingssöhne des inzwischen gestorbenen Aristo-dcmus, Eurpsthenes und Prokles, Lakonien erhalten, während die Aeto-ler, von Orplus geführt, sich in Elis niederlassen. Die Besitznahme desLandes begann aber mit Festsetzung an einzelnen Punkten, von welchenans sich die Herrschaft der Ankömmlinge langsam auöbreitete. Amfrühesten mag die Landschaft Elis erobert worden sein, die sich durchAusdehnung der ätolischen Herrschaft über die ursprünglich zu Arkadiengehörigen Landschaften Pisatis und Triphylien erweiterte. Wahrschein-lich haben sodann die Dorer das Thal des Alpheus aufwärts verfolgtund sich in dem Qnellgebiete desselben so getrennt, daß eine Schaar indas Flußgebiet des Pamisus, die andere an den Eurotas hinüberging.Jedenfalls ist die Besitznahme von Messenien mit arkadischer Hülfe vonStenpklarus aus erfolgt, während in Lakonien Sparta den erstenStützpunkt bot. In Messenien bestand ein Reich, dessen Hauptstadt Py-lus, die südlichste der drei an der Westküste des Peloponnes gelegenenStädte dieses Namens, war, dessen Bevölkerung man aber ihrer Her-kunft nach nicht kennt. Der Fall des Reiches war es, der die Familieseiner Herrscher, die Neliden, nach Athen führte. In Lakonien ging dieAusbreitung der Dorer sehr langsam vor sich und lange blieben sievon der Ost- und Südküste ausgeschlossen. Von dem Nordosten desPeloponnes ist es wahrscheinlich, daß er nicht durch denselben Erobcrungs-zug, wie der Westen und Süden, besetzt worden ist, daß vielmehr eineallmälige Ansiedelung von der See her, wobei man sich den malischenMeerbusen als Ausgangspunkt der Fahrten denken kann, statt gefundenhat. Neben dem Neste eines achäischen Reiches mit den Städten Mp-cenä und Tirpns, deren erstere der Wohnort der Pelopiden gewesenwar, bildeten sich hier die Staaten von Hermione, Trözene, Epidaurus,Aegina, Argos, Kleonä, Phlius, Sicpon, Corinth und Megara. VonMegara aus wurde ein Angriff auf Attika gemacht, doch dessen König