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Die Babylonier und die Assyrier.
mit Aegypten oder dem flußaufwärts darüber hinausliegenden Aethiopiengibt, eines dieser beiden Länder gedacht werden. In Verbindung mitdieser Nachricht steht die einheimisch babylonische Sage von einem zumTheile fischähnlichen Wesen, Oannes, das aus dem Meere gestiegen sei,die Menschen der Gegend mit Künsten und Wissenschaften bekannt zumachen und ihnen Kunden der Vorzeit zu enthüllen. Hierin verräthsich eine den Chaldäern eigene Ansicht von überseeischer Herkunft ihrerBildung und wenn sie sich vor Oannes noch Rohheit im Lande herrschenddenken, kann dies dem von dem fremden Stamme erlangten Ucberge-wichte zugeschrieben werden, während die Versetzung der Zeit desOannes über Xisuthros hinaus sich auf das Bemühen, ihren Zuständendas Ansehen unvordenklichen Alterthums zu geben, zurückführen läßt.Wenn nun die Chaldäer sich durch ihre Sprache doch als ein semitischesVolk ausweisen, wie auch die heilige Schrift, Völker durch Einzelnamenbezeichnend, Aram einen Sohn des Sem nennt, so läßt sich auch fürden Fall einer Verschiedenheit der einheimischen und der eingewandertenSprache annehmen, daß die erstere, als die der Mehrheit und einervielleicht nicht einmal roheren Mehrheit, ihre Herrschaft behauptet undsich den hamitischen Siegern, deren überlegene Gewalt in Nimrod,dem Jagenden oder Beute Gewinnende», dargestellt ist, mitgetheilt habe.Der Name der Chaldäer müßte dann ursprünglich dem eingewandcrten jStamme im Gegensätze zu der Vorgefundenen aramäischen Bevölkerung !eigen gewesen sein. Berosus aber, der seinerseits den Oannes mit der ^genannten Niederlassung nicht in Verbindung bringt, nennt die über iBabylonien, das Land am untern Laufe des Euphrat und des Tigris,herrschenden Könige die vierte Dynastie des Landes und deutet somit,da ein solcher Wechsel verschiedener mit dem Namen verschiedener Völ-ker bezeichneter Dynasticen auch einen Wechsel herrschender Völker vor-aussetzt, auf eine Reihe von großen, durch Eroberungen herbeigeführtenVeränderungen. Die erste Dynastie ist ihm, nach dem Glauben alter Völ-ker an eine Autochthonie der ersten Bewohner ihrer Länder, eine ein-heimische. Die zweite nennt er eine medische, woraus zu schließen, daßdas Volk der Arier oder Jranier, das nur mit dunkler Knude in dasGebiet der Geschichte hineinreicht und dessen Lehre, Verfassung undUeberlieferung bei Baktricrn, Medern und Persern fortlebten, einst dieseam südwestlichen Fuße des Hochlandes von Iran gelegenen Gegendenbeherrscht habe. Auf sie folgt eine dritte Dynastie, deren Herkunft er !nicht nennt, und auf die Chaldäer eine arabische Dynastie. Es müssen !also, wie in Aegypten, nomadische Stämme des benachbarten Arabienshier eine vorübergehende Herrschaft besessen haben, ohne sich auf die IDauer behaupten, noch bei der geringen Entwicklung, welche sie bis da- Ihin erreicht hatten, das chaldäische Gepräge des Staates, das im ganzen !