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Ncde über den Ausspruch Christi:
rm solche göttliche Rettung und Erhaltung, wie David spricht:„Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aberder Herr nimmt mich auf!"*) Und in einer andern Stellespricht David: „Er hat den Elenden errettet, der
keinen Helfer hatte."**) Um aber dieser so großen Wohl-
thaten theilhaftig zu werden, muß zuvor der Glaube und die
Anrufung in uns entflammt werden, wie geschrieben steht:„Wahrlich! Ich sage Euch."***) Eben so muß der Glaubeauch geübt werden, daß er vor der Rettung Hilfe erflehe underwarte, mit einer gewissen Heiterkeit der Seele in Gott ruhe,und daß nicht fortwährendes Mißtrauen und verzagtes Murrenim Herzen hafte, sondern stets die Mahnung Gottes uns vorAugen stehe: „Der Friede Gottes, welcher höher ist,denn alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und
Sinne;"ch) d. i. beruhigt euch in Gefahren also in Gott, daß ^Eure Herzen durch das Vertrauen auf die Erbarmung und Ge-genwärtigkeit Gottes gekräftigt, gelassen Hilfe und Errettung er-warten, und die stille Heiterkeit behalten, welche der Anfang istdes ewigen Lebens, und ohne welche wahre Anrufung nicht ge-schehen kann.
Denn Mißtrauen und Zweifel bringt einen traurigen undschrecklichen Haß gegen Gott hervor, und das ist der Anfangder ewigen Qualen und eine der teufelischen ähnliche Wuth.
Diesen Wogen in den Gcmüthern und diesen stürmischen Be-wegungen müßt ihr nun Vorbeugen, und durch die Betrachtunggöttlicher Trostsprüche und durch unausgesetzte Anrufung eureHerzen verwahren und befestigen.
Wahrlich, diese Zeiten »erstatten uns nicht die gewohnte Si-cherheit und den gewohnten Taumel, sondern sie fordern, daßwir mit aufrichtigem Seufzen um Hilfe flehen, wie der Herrsprichtchs): „Wachet und betet, daß ihr nicht in An-fechtung fallet!" daß ihr nicht, von Verzweiflung übermannt,in das ewige Verderben stürzt. Es ist Weisheit nöthig, umdie Gefahren der Seele sowohl, als auch die Hilfsmittel dagegenzu erkennen. Die Seelen gehen verloren, sowohl wenn sie inepikurischer Sicherheit den Zorn Gottes verachten, als auch, wennsie, vom Zweifel überwältigt, durch ängstliche Bekümmerniß nie-dergedrückt werden. Und diese Vergehungen häufln die Strafen.
Die Frommen hingegen, welche durch Glauben und Anrufung
*) Ps. 27, 10. **) Ps.72, 12. '**) Loh. 16, 24. -j-) Philipp.4,7.s-fl Luk. 22, 46.